Junge Liberale im Wahlkampf: Tanzen für die Reichweite, Promille für die Stimmen
Junge Liberale: Tanzen und Promille im Wahlkampf

Junge Liberale im Wahlkampf: Tanzen für die Reichweite, Promille für die Stimmen

Zwei 16-Jährige pushen die FDP auf Instagram, andere touren mit Bus, Merch und Freibier durchs Ländle. Kann das die Liberalen in Baden-Württemberg über der Fünfprozenthürde halten? Eine Videoreportage von Luis Georg Müller und Alexander Schmitt zeigt die ungewöhnlichen Strategien der Jungen Liberalen im Landtagswahlkampf.

Social-Media-Offensive: Viral gehen mit Disziplin

Jan Jachmann und Lars Jan Verwaal leiten die Social-Media-Accounts der Jungen Liberalen aus Ulm und Biberach. Die beiden 16-Jährigen erreichen mit ihren Videos regelmäßig Hunderttausende Views, vereinzelte knacken die Millionen-Marke. Ihr Erfolgsrezept: Polarisieren, Dranbleiben, Regelmäßigkeit und Disziplin. Sie erklären, warum klassischer Wahlkampf wie Türklinken oder Marktplatzstände aus ihrer Sicht weniger sinnvoll ist. Stattdessen setzen sie auf unterhaltsame Inhalte, die junge Menschen ansprechen.

Offline-Wahlkampf: Bus-Tour mit Merch und Freibier

Parallel dazu startet die Landesvorsitzende Anna Stubert eine Offline-Offensive. Mit einem „Sonderwahlkampfkommando“ tourt sie eine Woche lang mit dem Bus durch Baden-Württemberg. Im Gepäck: Feuerzeuge, Schals, Mützen, Taschenwärmer, Sticker, Flyer, Lollis und Spaßgetränke. Ein Stickeralbum motiviert die Wahlkämpfer, und Freibier lockt die Partymeute an. Doch die Resonanz in Ravensburg am Tag nach Rosenmontag ist verhalten, und nicht jeder Bürger zeigt Begeisterung für Politik auf der Fasnacht.

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Strategie-Mix: Online und Offline im Einklang

Die Jungliberalen setzen auf einen Mix aus Online- und Offline-Aktivitäten. Während die Social-Media-Teams virale Videos produzieren, versuchen die Offline-Teams, Präsenz auf der Straße zu zeigen. Spitzenkandidatin Anja Widenmann betont, dass auch öffentliche Kundgebungen vor allem für Social-Media-Inhalte genutzt werden. Doch in einer leeren Innenstadt bleibt die Wirkung begrenzt. Die Partei hofft, durch diese Doppelstrategie junge Wähler zu erreichen und das Vertrauen in die FDP zurückzugewinnen.

Fazit: Alles geben für die Fünfprozenthürde

Ob Tanzen, Jenga-Türme oder Freibier – die Jungliberalen experimentieren mit unkonventionellen Methoden, um die FDP in Baden-Württemberg über die Fünfprozenthürde zu retten. Nach der schweren Niederlage im Bundestag ist der Druck hoch. Die jungen Aktivisten sind überzeugt, dass ihre Strategien funktionieren können, auch wenn der Erfolg schwer messbar ist. Fest steht: Sie geben alles in den letzten Tagen des Wahlkampfs und hoffen auf eine Überraschung am Wahlabend.

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