Kosmetiker-Innung warnt: Fehlende Standards gefährden Kunden und Handwerk
Kosmetiker-Innung warnt vor Risiken durch fehlende Standards

Kosmetiker-Innung warnt: Fehlende Standards gefährden Kunden und Handwerk

Mandy Rechenberger, die als Obermeisterin die Kosmetiker-Innung im Land Brandenburg führt, äußert sich besorgt über aktuelle Entwicklungen in ihrem Berufsfeld. Insbesondere in der Uckermark beobachtet sie Tendenzen, die sowohl für Kunden als auch für qualifizierte Fachbetriebe problematisch sein könnten. Ihr zentrales Anliegen ist die Aufnahme des Kosmetikerberufs in die Handwerksordnung, um verbindliche Qualitätsstandards zu etablieren.

Gefahren durch unzureichende Qualifikationen

Die Obermeisterin begrüßt zwar den Unternehmergeist von Gründerinnen, die den Schritt in die Selbstständigkeit wagen, betont jedoch gleichzeitig die Notwendigkeit fundierter Fachkenntnisse. „Minimalinvasive Behandlungen greifen gezielt in die Hautbarriere ein“, erklärt Rechenberger. Solche Anwendungen erforderten dermatologische Grundkenntnisse, hygienische Fachkompetenz, sichere Anamnesen, Kenntnisse von Kontraindikationen und ein zuverlässiges Notfallmanagement bei möglichen Komplikationen.

Sie bezweifelt, dass außerhalb des organisierten Kosmetikerhandwerks diese umfassende Qualifikation für verantwortungsvolle Tätigkeiten gewährleistet werden kann. „Wenn kosmetische Verfahren ohne einheitlich geregelte Ausbildungsstandards durchgeführt werden, entsteht ein erhebliches Risiko für Kunden“, warnt die Expertin. Solange der Beruf nicht in der Handwerksordnung verankert sei, könne sich faktisch jede Person – unabhängig von einer geregelten Fachausbildung – selbstständig machen und sogar invasive kosmetische Leistungen anbieten.

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Wettbewerbsverzerrung und Abwertung des Handwerks

Die Folgen dieser Situation sind laut Rechenberger vielschichtig:

  • Eine direkte Gefährdung der Verbrauchergesundheit
  • Eine Wettbewerbsverzerrung zulasten qualifizierter Fachbetriebe
  • Eine Abwertung des anspruchsvollen Handwerks

Innungen und Verbände würden politische Entscheidungsträger seit Jahren auf diese Missstände hinweisen, doch bislang ohne durchschlagenden Erfolg. Es brauche eine bundeseinheitlich geregelte und qualitätsgesicherte Ausbildung auf gesetzlicher Grundlage.

Kritik am System, nicht an Einzelpersonen

„Unsere Kritik richtet sich nicht gegen einzelne Existenzgründer“, betont Rechenberger im Gespräch. „Sie richtet sich gegen ein System, das Qualität nicht ausreichend schützt und Standards nicht verbindlich regelt.“ Die Obermeisterin plädiert für eine sachliche öffentliche Diskussion über notwendige Qualifikationen im kosmetischen Bereich, die sie für wichtig und längst überfällig hält.

Ihr Engagement gilt dem Schutz der Kunden und der Fachbetriebe gleichermaßen. Durch die Integration des Kosmetikerberufs in die Handwerksordnung könnten verbindliche Ausbildungswege etabliert und Qualitätsstandards gesichert werden, was letztlich dem gesamten Berufsstand und den Verbrauchern zugutekäme.

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