BaWü-Wahlkampf-Krimi bei Markus Lanz: Özdemirs Rolle in der 'rehbraunen Augen'-Affäre
In der Sendung von Markus Lanz entfachte sich eine kontroverse Debatte um die umstrittene 'rehbraune Augen'-Affäre, die den Ausgang der Landtagswahl in Baden-Württemberg maßgeblich beeinflusst haben soll. Im Zentrum der Diskussion stand die Frage, welches Wissen Wahlsieger Cem Özdemir von den Vorgängen besaß.
Die überraschende Wendung im Wahlkampf
Die politische Landschaft Baden-Württembergs wurde durch die Veröffentlichung eines acht Jahre alten Videos erschüttert, in dem der damals führende CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel unangemessene Äußerungen über eine 16-jährige Schülerin auf Instagram machte. Die Bundestagsabgeordnete Zoe Mayer von den Grünen postete das belastende Material, was vermutlich Hagens Chancen auf den Wahlsieg zunichtemachte.
Besonders brisant: Kurz vor dieser Veröffentlichung soll sich Mayer mit Cem Özdemir getroffen haben. Beide kennen sich aus ihrer gemeinsamen Zeit im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft, als Özdemir noch Bundeslandwirtschaftsminister war.
Franziska Brantners frauenpolitische Umsteuerung
Grünen-Chefin Franziska Brantner versuchte bei Markus Lanz zunächst, den Fokus auf frauenpolitische Aspekte zu lenken. Mit deutlichen Worten kritisierte sie die öffentliche Debatte: „Was mich sehr ärgert: Seit Wochen diskutieren wir darüber, ob man dieses Video hätte posten sollen oder nicht, und nicht über den Inhalt. Und dann wird tagelang diese junge Frau angegriffen.“
Brantner betonte, dass dieser Reflex typisch sei, wenn Frauen sensible Themen ansprechen: „Das ist immer der gleiche Reflex: Wenn Frauen diese Themen ansprechen, dann werden die Frauen attackiert.“
Lanz' bohrende Fragen zum Özdemir-Treffen
Moderator Markus Lanz ließ sich von dieser Argumentation nicht ablenken und konzentrierte sich hartnäckig auf das mögliche Treffen zwischen Mayer und Özdemir. Auf seine direkte Frage, ob sich die beiden wenige Tage vor der Veröffentlichung persönlich getroffen hätten, wich Brantner aus: „Weiß ich nicht.“
Auch auf Nachfragen blieb die Grünen-Chefin vage: „Kann sein, dass die sich getroffen haben. Die haben wahrscheinlich Wahlkampf zusammen gemacht ...“ Erst auf Drängen räumte sie ein: „Die Frage ist ja nicht, ob man sich trifft, sondern ob man sich abspricht, und das war nicht der Fall.“
Thomas Strobls massive Vorwürfe gegen die Grünen
BaWü-Innenminister Thomas Strobl von der CDU zeigte sich in der Sendung sichtlich erbost über die Vorgänge. Mit scharfen Worten kritisierte er das politische Klima: „Ich bedauere, dass in den letzten Wochen aus den Reihen der Grünen das politische Klima ziemlich vergiftet worden ist. Und leider hört das ja nicht auf.“
Strobl warf den Grünen vor, Manuel Hagel in die Nähe eines Pädophilen gebracht zu haben: „Manuel Hagel wurde in die Nähe eines Pädophilen, eines Kinderschänders gebracht! Das grüne Gift tut dem Klima nicht gut. Die Grünen brauchen eine Entgiftungskur.“
Der Innenminister forderte eine Klärung des politischen Klimas und verwies auf die persönlichen Folgen: „Da muss man auch mal schauen, was das mit einem Menschen, mit einer Familie macht.“ Abschließend betonte er: „Kretschmann-Grüne haben so etwas nie gemacht.“



