Knapp ein Jahr war in der 25-Meter-Halle der Neptun-Schwimmhalle in Rostock kein Schwimmen möglich. Nach der jährlichen Sommerpause übernahmen Bauarbeiter die Halle. Nun können Rostocker und Vereine wieder ihre Bahnen ziehen. Beide Becken – das 25-Meter- und das Springerbecken – sind wieder geöffnet, bestätigt Sigrid Hecht, Betriebsleiterin des Rostocker Eigenbetriebs Kommunale Objektbewirtschaftung und -entwicklung (KOE).
Energetische Dachsanierung abgeschlossen
In den vergangenen Monaten wurde das Dach der Halle für rund 7,4 Millionen Euro energetisch saniert. Damit sind die Sanierungsarbeiten in dem Hallenbad aus den 1950er-Jahren jedoch noch lange nicht beendet. Die Dachsanierung soll die Heizkosten deutlich senken. Jährlich fallen etwa 2,4 Millionen Euro Betriebskosten für die Neptun-Schwimmhalle an. „Von diesen Kosten müssen wir herunterkommen“, so Hecht. Die größten Wärmeverluste wurden über das Dach verzeichnet. Bisher stieg die Wärme nach oben und entwich durch das mindergedämmte Dach, was „immense Heizkosten“ verursachte, erklärt Nils Sommer, Technischer Leiter beim KOE. Diese zu verringern sei wichtig, um die Halle „weiter betreiben zu können“.
Während der Bauzeit wurde eine acht Zentimeter dicke Dämmung auf dem Dach verlegt. Zusätzlich mussten Träger zwischen den bestehenden Dachsparren eingezogen werden, berichtet Reiner Fender vom KOE. Auch die Hallendecke über den Becken wurde zusammen mit der Elektrik und den Lampen erneuert, ebenso die Zu- und Abluftanlagen der 25-Meter-Halle. Nun kann die Wärme unter dem Dach in einen Wärmetauscher geleitet werden, was zu Kosteneinsparungen bei der Heizung führt. Weitere Einsparungen werden durch eine Photovoltaikanlage erwartet, die im Juni installiert werden soll.
Komplizierte Arbeiten in der Höhe
Die Arbeiten in der Höhe waren kompliziert, blickt Fender zurück. Zunächst musste das Wasser aus den Becken abgelassen werden, um ein Gerüst aufbauen zu können. Der Großteil der Arbeiten, wie der Austausch der Lüftungsanlage, erfolgte in Handarbeit. Während der Bauzeit war kein Sport in der 25-Meter-Halle möglich. Die Sportler des Wasserspringerclubs Rostock (WSC) pendelten für ihr Training nach Berlin, erzählt die Vereinsvorsitzende Annette Rösler. „Das war eine super anstrengende Zeit“, sagt sie und ist froh, nun wieder in der Neptunschwimmhalle trainieren zu können. Der WSC ist einer von 72 Vereinen, die die Halle nutzen. In Spitzenzeiten besuchen bis zu 3000 Menschen pro Tag die Schwimmhalle, darunter auch Privatpersonen, und das an 361 Tagen im Jahr, so Fender.
Weitere Sanierungen bis 2031 geplant
Mit der energetischen Dachsanierung ist das Vorhaben noch nicht abgeschlossen. In den kommenden fünf Jahren sollen weitere Millionen Euro in den Standort fließen, unter anderem für die Erneuerung der Damenduschen, den Umbau der Heizungsanlage und die Sanierung der Südfassade, nennt Hecht künftige Vorhaben. „Wir wollen in fünf Jahren alle Maßnahmen aus dem Energiekonzept umgesetzt haben“, so die Betriebsleiterin. Insgesamt sollen bis 2031 rund 14 Millionen Euro investiert werden.



