Schnaps-Affäre in Appenweier: Bürgermeister wegen alkoholbedingtem Auftreten ermahnt
Schnaps-Affäre: Bürgermeister wegen Alkohol-Vorwürfen ermahnt

Schnaps-Affäre erschüttert Rathaus in Appenweier

In der baden-württembergischen Gemeinde Appenweier hat die sogenannte Schnaps-Affäre um Bürgermeister Viktor Lorenz (39) eine neue Eskalationsstufe erreicht. Der zuständige Landrat Thorsten Erny (56, CDU) hat nun wegen "alkoholbedingtem Auftreten" eine offizielle Ermahnung gegen den umstrittenen Rathaus-Chef ausgesprochen. Diese Maßnahme folgt auf monatelange Auseinandersetzungen zwischen dem Gemeinderat und dem Bürgermeister.

Vorwürfe reichen von Pöbeleien bis zu verschwundenem Whisky

Die Affäre begann bereits im November des vergangenen Jahres, als der Gemeinderat von Appenweier geschlossen den Rücktritt von Bürgermeister Lorenz forderte. Als Gründe wurden angebliche Demütigungen und Beleidigungen gegenüber Mitarbeitern genannt. Zudem soll sich der Bürgermeister bei mehreren öffentlichen Anlässen im alkoholisierten Zustand danebenbenommen haben. Konkret wird ihm vorgeworfen, ungefragt direkt aus den Sektflaschen anderer Gäste getrunken zu haben.

Ein weiterer Streitpunkt betrifft den Verbleib von hochwertigen Whisky-Flaschen, die als offizielle Präsente angeschafft worden waren. Bürgermeister Lorenz hatte dem Gemeinderat gegenüber keine Angaben zum Verbleib der Alkoholika machen wollen, was zu erheblichen Irritationen führte.

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Landratsamt prüft Vorwürfe und findet Unstimmigkeiten

Nach einer Dienstaufsichtsbeschwerde ließ Landrat Erny die Vorwürfe umfassend prüfen. Das Landratsamt kam zu dem Ergebnis, dass zwar keine Grundlage für eine Amtsenthebung bestehe, jedoch erhebliche Mängel im Verhalten des Bürgermeisters festzustellen seien. In einer offiziellen Stellungnahme heißt es: "Das entspricht nicht den Anforderungen, die an das Auftreten eines Bürgermeisters gestellt werden. Unabhängig von strafrechtlichen Fragestellungen gilt: Ein Bürgermeister muss bei öffentlichen Anlässen so auftreten, dass das Vertrauen in das Amt nicht beschädigt wird."

Bei der Überprüfung des Whisky-Bestands stellte das Landratsamt eine Differenz von fünf Flaschen im Einkaufswert von jeweils etwa 40 Euro fest. Da die Alkoholika in einem allgemein zugänglichen Raum im Rathaus gelagert waren, konnte nicht dokumentiert werden, wer diese Flaschen entnommen hat. Der Bürgermeister hatte zwar eine Liste vorgelegt, an wen Whisky-Flaschen ausgegeben worden sein sollen, doch blieben fünf Einheiten ungeklärt.

Weitere Prüfung durch Regierungspräsidium steht bevor

Die Ergebnisse der Untersuchung werden nun an das Regierungspräsidium Freiburg weitergeleitet. Nur diese übergeordnete Behörde kann über ein mögliches Amtsenthebungsverfahren entscheiden. Damit bleibt die politische Zukunft von Bürgermeister Lorenz weiterhin ungewiss.

Auf Nachfragen zu den Rücktrittsforderungen und den Alkohol-Vorwürfen wollte sich der Bürgermeister nicht äußern. Die Affäre hat das Vertrauen in die Kommunalverwaltung von Appenweier nachhaltig erschüttert und wirft Fragen nach angemessenem Verhalten von Amtsträgern auf.

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