Schwache Zustimmung für Schwarz-Grün in Baden-Württemberg vor der Landtagswahl
Schwache Zustimmung für Schwarz-Grün in Baden-Württemberg

Schwacher Wind für die Regierungsparteien in Baden-Württemberg

Wenige Tage vor der entscheidenden Landtagswahl in Baden-Württemberg dokumentiert der aktuelle BaWü-Check unserer und 44 weiterer Tageszeitungen eine bemerkenswerte Stagnation in der politischen Landschaft. Die Baden-Württemberger zeigen sich wenig zufrieden mit der bisherigen grün-schwarzen Koalition, doch der Konkurrenz gelingt es kaum, daraus politisches Kapital zu schlagen.

CDU bleibt klar in Führung – Grünen gelingt keine Aufholjagd

Von einer "unglaublichen Aufholjagd" der Grünen im Südwest-Landtagswahlkampf hatte Bundesvorsitzende Franziska Brantner gesprochen. Diese Einschätzung erweist sich als deutlich zu optimistisch. Die aktuellen Umfragedaten zeigen wenig Bewegung in der Zustimmung zu den Parteien. Die CDU bleibt klar in Führung und kann ihre Position behaupten.

Im Juli 2025 gaben noch 26 Prozent der Befragten an, sie könnten sich vorstellen, die Grünen zu wählen. Jetzt sagen das lediglich 25 Prozent. Der Partei des weiterhin weithin geschätzten Noch-Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann bleibt als kleiner Trost, dass sie zumindest Vorsprung auf die AfD hat – eine Position, die lange Zeit nicht gesichert erschien.

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AfD zeigt auffallendes Desinteresse am Südwesten

Ob das auffallend begrenzte Interesse des AfD-Topkandidaten Markus Frohnmaier an Baden-Württemberg dabei eine entscheidende Rolle spielt, bleibt fraglich. Schließlich steht diese Partei auch im Südwesten nicht für konkrete politische Konzepte. Egal, ob es darum geht, der Wirtschaftskrise Herr zu werden oder das Bildungsniveau zu heben – die AfD bietet keine substanziellen Lösungen an.

Wie Partei-Prominenz Björn Höcke kürzlich in Lindenberg sehr deutlich gemacht hat, geht es der AfD im Kern weiter darum, Verdrossenheit an der parlamentarischen Demokratie und Deutschland-Ekel für sich zu kanalisieren. Diese Strategie scheint im wirtschaftsstarken Baden-Württemberg jedoch nur begrenzt zu fruchten.

Kleine Parteien in gewohnter Position

Die politische Landschaft zeigt sich ansonsten in gewohnten Mustern:

  • Die Linke befindet sich im Aufwind, bleibt aber eine kleine politische Kraft
  • Die SPD präsentiert sich blass und ohne deutliche Profilierung
  • Die FDP steht vor der entscheidenden Frage, ob es noch einmal in den Landtag reicht

Die Liberalen leiden besonders darunter, dass sich ausgerechnet Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke der CDU als Koalitionspartner aufdrängt. Ein Mann, dessen Auftreten im Landtag massive Zweifel an seiner Eignung für ein Regierungsamt weckt und damit die Glaubwürdigkeit seiner Partei untergräbt.

Schwarz-Grün mit schwachem Rückhalt

Wenn es noch eines Hinweises bedurfte, welch schwacher Wind der schwarz-grünen Koalition entgegenweht, dann liefert ihn diese Zahl: Nur noch 27 Prozent der Befragten bezeichnen die grün-schwarze Landesregierung als erfolgreich. Das ist ein deutliches Signal der Unzufriedenheit mit der bisherigen Regierungsarbeit.

Dennoch zeigt sich ein interessantes Paradoxon: Für eine Neuauflage dieses Bündnisses sind außerhalb des AfD-Wählerpotenzials weit mehr Baden-Württemberger zu gewinnen als für jede andere mögliche Koalition. Alte Koalition, neue Gesichter? Ausweislich des BaWü-Checks fände ein schwarz-grünes Bündnis mit den Spitzenkandidaten Manuel Hagel (CDU) und Cem Özdemir (Grüne) am ehesten Anklang im Land – trotz aller Unzufriedenheit mit der bisherigen Regierungsperformance.

Die politische Landschaft in Baden-Württemberg präsentiert sich damit als widersprüchliches Bild: allgemeine Unzufriedenheit mit der Regierung, aber keine überzeugenden Alternativen in Sicht. Die Wähler stehen vor der schwierigen Entscheidung zwischen bekannten, aber enttäuschenden Optionen und ungewissen neuen Konstellationen.

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