SPD-Kandidat Stoch entschuldigt sich für Feinkost-Einkaufsplan nach Tafel-Besuch
Stoch entschuldigt sich für Einkaufsplan nach Tafel-Besuch

Pasteten-Politiker in der Kritik: SPD-Mann entschuldigt sich für Feinkost-Einkaufsplan

Der baden-württembergische SPD-Spitzenkandidat Andreas Stoch hat sich für eine peinliche TV-Sequenz entschuldigt, die ihn ausgerechnet nach einem Besuch bei der Tafel beim Planen eines Feinkosteinkaufs im benachbarten Frankreich zeigt. Die Szene sorgte im Landtagswahlkampf für erhebliche Irritationen und Kritik.

„Ich bin da in einen Fettnapf marschiert“

Bei einem Podium der „Badischen Neuesten Nachrichten“ zur anstehenden Landtagswahl am 8. März räumte Stoch ein, dass die Sequenz im Kontext des Tafel-Besuchs missverständlich wirken muss. „Das bedauere ich sehr, denn auch bei dem Besuch bei der Tafel ging es mir um die vielen Menschen, die Unterstützung brauchen“, erklärte der 56-jährige Politiker. Er betonte jedoch, dass es sich bei dem geplanten Einkauf lediglich um Leberwurst handelte, die 1,80 Euro pro 100 Gramm koste.

Besuch im Tafelladen mit sozialpolitischer Botschaft

Für ein TV-Porträt des SWR hatte ein Filmteam Stoch beim Besuch eines Tafelladens im badischen Bühl begleitet. Dort positionierte sich der SPD-Politiker klar auf der Seite sozial Schwacher: „Wir kennen alle die Debatten gerade, die über das Bürgergeld geführt werden.“ Er kritisierte jene, die nun forderten, den Gürtel enger zu schnallen, als genau diejenigen, „deren Gürtel noch ein paar Löcher hat“. Die SPD stehe felsenfest an der Seite der Bedürftigen, so seine Kernaussage. Im Anschluss setzte sich Stoch sogar selbst an die Kasse, um den symbolischen Akt zu unterstreichen.

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Feinkost-Einkaufsplan sorgt für Empörung

Direkt nach dem Tafel-Besuch fing das Kamerateam jedoch eine weitere Szene ein: Stoch gab seinem Fahrer offenbar einen Einkaufsauftrag für französische Feinkost. „Dann schickst du mir ein Bild von der Auslage und ich sage dir, was du mir bringst“, wies der Politiker an. Auf Nachfrage erklärte Stoch, er nutze Termine nahe der Grenze manchmal, um bei einem französischen Metzger einzukaufen. „Eine schöne Entenpastete ist was Herrliches“, sagte der Politiker. Diese bekomme man in Deutschland nicht in vergleichbarer Qualität und zu diesem Preis. Er hole dann gerne frisches Baguette und gute Wurstwaren. Allerdings betonte Stoch, dass es zu dem geplanten Einkauf am Ende gar nicht gekommen sei.

Kritik vor allem aus den sozialen Netzwerken

Die Szene löste insbesondere in den sozialen Medien heftige Reaktionen aus. Nutzer warfen Stoch vor, Wasser zu predigen und selbst Wein zu trinken. „Unfassbar“, schrieb ein Kommentator. Ein anderer merkte an: „Gerade von einem SPD-Kandidaten aus Baden-Württemberg sollte man mehr politische Sensibilität erwarten.“ Die Diskrepanz zwischen dem Besuch bei der Tafel und dem anschließenden Feinkost-Einkaufsplan wirkte auf viele Beobachter befremdlich und wenig einfühlsam.

Wahlkampf im Südwesten geht in heiße Phase

Die Landtagswahl in Baden-Württemberg am 8. März rückt immer näher, und der Vorfall zeigt, wie sensibel Themen der sozialen Gerechtigkeit im Wahlkampf behandelt werden müssen. Stochs Entschuldigung kann die entstandene Irritation zwar nicht vollständig ausräumen, unterstreicht aber das Bemühen, den Fokus wieder auf die inhaltlichen Auseinandersetzungen zu lenken. Ob die Wählerinnen und Wähler diese Entschuldigung akzeptieren, wird sich am Wahltag zeigen.

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