Auf diesen Tag im Frühjahr freut sich die Zollchower Landwirtin Viola Paulsen immer ganz besonders. Wenn der Weideaustrieb der Rinder ansteht, ist die ganze Familie auf den Beinen. Punkt 6 Uhr begann ihr Betrieb diesmal mit dem Spektakel.
Über 400 Milchkühe stürmen ins Freie
Über 400 Milchkühe aus drei Ställen stürmten am 5. Mai ins Freie, als sich die Tore endlich öffneten. Sie muhten und hüpften vor Freude. Kein Wunder, seit Ende Oktober hatten die Tiere drinnen ausgeharrt, weil die Wetterbedingungen draußen nicht für sie geeignet waren.
Genug Futter auf der Weide
„Sobald es im Freien dauerhaft kalt und moddrig ist, haben sie selbst auch keine Lust mehr, den Stall zu verlassen“, ließ die Bäuerin wissen. Angesichts steigender Temperaturen konnten es die Kühe nun aber kaum noch erwarten. „Wir allerdings hatten ja erst zu prüfen, ob auch genug Futter auf der Weide ist, damit sie dort etwas zum Fressen finden. Die warmen Nächte am Wochenende hatten das Gras aber zum Glück ordentlich sprießen lassen“, erklärte Viola Paulsen, die den Biohof nach der Wende gemeinsam mit Ehemann Hans-Jürgen aufgebaut hatte, der Redaktion.
Inzwischen ist bei ihnen schon die nächste Generation am Start. Der Betrieb wird von Fünfachvater Sohn Martin und dessen Ehefrau Annemarie geführt, angestellt sind die „Oldies“ hier aber weiterhin. Bis zum Herbst können Paulsens gescheckte Vierbeiner nun raus- und reingehen, wie sie mögen, ließ das Paar wissen. Die kleine Gruppe der Jungrinder bleibt sogar nachts im Freien, die anderen traben bei Dunkelheit rein, oder aber, wenn es doll regnet beziehungsweise die Sonne brennt. „Hitze vertragen sie nicht so gut.“
Milch wird gelber
Im Stall stehen übrigens Melkroboter, an welche sich die Kühe selbstständig stellen. Die Milch vom Biohof Paulsen geht täglich frisch an die „Gläserne Molkerei“ in Münchehofe: „Ab morgen ist sie dann sogar ein wenig gelber“, versicherte Viola Paulsen, der Grund dafür sei das frische Carotin im Wiesenfutter. „Viele kennen bestimmt den Begriff ‚Maibutter‘, die ist etwas gelber, und das ist der Grund dafür.“
Wer sich am Anblick der friedlich grasenden Herden erfreuen möchte, hat fortan mehrere Monate lang in direkter Nähe zum Oberuckersee Gelegenheit dazu.



