Wolfgang Grupp kehrt nach Suizidversuch zu Trigema zurück
Wolfgang Grupp, der 83-jährige Gründer und ehemalige Chef des Textilunternehmens Trigema, ist nach seinem Suizidversuch im vergangenen Jahr wieder regelmäßig in seinem Unternehmen tätig. Seine Kinder, Wolfgang Grupp junior und Bonita Grupp, die inzwischen die Geschäftsführung übernommen haben, bestätigten diese Entwicklung gegenüber der Augsburger Allgemeinen.
Regelmäßige Präsenz im Großraumbüro
Der Seniorchef komme regelmäßig in sein Großraumbüro in der Firmenzentrale in Burladingen, Baden-Württemberg, so die Aussagen seiner Kinder. „Wir haben das Glück, mit ihm den Unternehmensberater im eigenen Haus zu haben“, erklärt Sohn Wolfgang Grupp junior. Der Vater unterstütze die Geschäftsführung weiterhin mit seiner langjährigen Erfahrung und seinem Rat.
Tochter Bonita Grupp betont: „Meinem Vater geht es gut. Wir fragen ihn regelmäßig um Rat und brauchen ihn.“ Die Familie habe ein herausforderndes Jahr hinter sich, in dem sie sich mit den Folgen des Suizidversuchs auseinandersetzen musste. „Wir sind froh, dass es mit meinem Vater dann doch so gut ausgegangen ist. Wir hatten Glück und sind dankbar dafür“, fügt Grupp junior hinzu.
Hintergrund des Suizidversuchs
Mitte des vergangenen Jahres hatte Wolfgang Grupp senior einen Suizidversuch öffentlich gemacht und in einem Brief erklärt, an einer Altersdepression zu leiden. Er hatte sich Gedanken darüber gemacht, ob er überhaupt noch gebraucht werde, nachdem er die Unternehmensführung an seine Kinder übergeben hatte. Nun scheint der Unternehmer diese Phase überwunden zu haben und fühlt sich bereit für einen Neuanfang.
Trigema unter neuer Führung
Trigema, ein Hersteller von Wäsche, Freizeit- und Sportbekleidung, der mit „Made in Germany“ wirbt, wird inzwischen von den Kindern geleitet. Bonita Grupp verantwortet die Bereiche Onlinehandel, Marketing und Personal, während ihr Bruder Wolfgang für Geschäftskunden, IT-Projekte, Produktion und Finanzen zuständig ist.
Die Erfahrung des Vaters sei für die neue Führung unverzichtbar, betont Wolfgang Grupp junior. Seit der Übernahme des Unternehmens im Jahr 1969 habe sein Vater „keine betriebsbedingte Kündigung ausgesprochen und auch keine Kurzarbeit eingeführt“. Diese Tradition wolle man beibehalten, um die Stabilität und soziale Verantwortung des Familienbetriebs zu wahren.
Die Rückkehr von Wolfgang Grupp senior markiert somit nicht nur einen persönlichen Neuanfang, sondern auch eine kontinuierliche Stütze für das Unternehmen, das weiterhin auf deutsche Produktion und familiengeführte Werte setzt.



