Bayern schließt sich dem bundesweiten 115-Verbund an
Nach einer langen Pilotphase und vielen Jahren des Regelbetriebs in anderen Bundesländern führt Bayern nun endlich die einheitliche Behördennummer 115 landesweit ein. Ab Ende Juni wird der telefonische Bürgerservice im gesamten Freistaat verfügbar sein, wie Innenminister Joachim Herrmann (CSU) nach einer Sitzung des Ministerrates in München bekannt gab.
Einheitliche Anlaufstelle für Verwaltungsfragen
Die Nummer 115 steht als leicht merkbare Telefonnummer für alle Anliegen rund um staatliche und kommunale Verwaltungsleistungen zur Verfügung. Ähnlich wie die Notrufnummern 110 und 112 soll sie einen niederschwelligen Zugang zur Verwaltung bieten. Bürgerinnen und Bürger können montags bis freitags von 8.00 bis 18.00 Uhr das Service-Team erreichen.
Ziel ist es, den telefonischen Zugang der Bevölkerung zur Verwaltung deutlich zu verbessern, betonte Herrmann. Mit der bayernweiten Einführung stehe künftig eine zentrale Anlaufstelle zur Verfügung, die bei Fragen zu Verwaltungsleistungen schnell und unkompliziert unterstütze.
Historischer Hintergrund und aktuelle Umsetzung
Bereits 2009 startete in einigen Kommunen und Bundesländern ein Pilotprojekt mit der einheitlichen Behördennummer. Während viele Bundesländer die 115 schon seit Jahren flächendeckend anbieten, gehörte Bayern zu den letzten, die eine landesweite Umsetzung realisieren. In einigen bayerischen Städten wie München war das Angebot zwar bereits verfügbar, doch nun wird es auf das gesamte Bundesland ausgeweitet.
Mit der Anbindung an den bundesweiten 115-Verbund setzt Bayern auch Vorgaben des Onlinezugangsgesetzes um. Die bestehenden Servicenummern bleiben jedoch erhalten:
- Die Staatsregierungsnummer "Bayern direkt" unter 089/122220
- Kommunale Service-Angebote
Diese ergänzen sich mit der 115 und sorgen gemeinsam für einen bürgerfreundlichen Zugang.
Umfassender Service von A bis Z
Das Team der Behördennummer 115 beantwortet Fragen zu Leistungen von Bund, Ländern und Kommunen – von A wie Anmeldung bis Z wie Zulassung. Besonders bemerkenswert ist die Inklusion gehörloser und hörbehinderter Menschen: Durch das 115-Gebärdentelefon können auch sie den Service nutzen.
Die Einführung markiert einen wichtigen Schritt in der Digitalisierung der bayerischen Verwaltung und zeigt, wie der Freistaat nachhaltig den Bürgerservice ausbaut. Nach 15 Jahren des Wartens ist Bayern nun endlich vollständig im bundesweiten Netz der einheitlichen Behördennummer angekommen.



