Polizei stellt klar: Keine Verletzungen bei Einsatz mit Feuerwehrchef
Die Polizeiinspektion Neubrandenburg hat am Montag Gerüchte zurückgewiesen, wonach der suspendierte Kreiswehrführer und Feuerwehrverbandsvorsitzende der Mecklenburgischen Seenplatte, Stephan Drews, einem Polizeibeamten Verletzungen zugefügt haben soll. Polizeisprecherin Claudia Berndt betonte gegenüber Medienanfragen, dass bei einem Polizeieinsatz in Friedland am 18. März zwar Widerstand gegen einen Beamten geleistet und dieser beleidigt worden sei, jedoch keine körperlichen Verletzungen entstanden seien.
Einsatz aufgrund psychischer Ausnahmesituation
Der Einsatz in Friedland wurde laut Polizeiangaben eingeleitet, nachdem mehrere Quellen aus dem Umfeld einer Person darauf hingewiesen hatten, dass sich diese in einem psychischen Ausnahmezustand befinden solle. Zur Gefahrenabwehr begaben sich daraufhin mehrere Polizisten auf die Suche nach dem Mann und konnten ihn schließlich lokalisieren. Aus Gründen des Datenschutzes bestätigte die Polizeisprecherin nicht explizit, ob es sich bei der Person um Stephan Drews handelte, verwies jedoch darauf, dass es zu diesem Zeitpunkt keinen anderen Polizeieinsatz in Friedland gegeben habe.
Suspendierung und politische Konsequenzen
Unabhängig von den dementierten Verletzungsgerüchten hatte Landrat Thomas Müller (CDU) den Sachverhalt zum Anlass genommen, Stephan Drews vorläufig vom Dienst als Kreiswehrführer zu suspendieren. Ihm wurde das Tragen der Feuerwehruniform untersagt, und ein mögliches Disziplinarverfahren wurde in Aussicht gestellt. Diese Maßnahmen erfolgten, obwohl die Polizei keine Verletzungen bestätigte, und unterstreichen die anhaltenden Spannungen innerhalb des Feuerwehrverbands.
Feuerwehrverband in Aufruhr: Misstrauensvotum und interne Konflikte
Der Vorfall in Friedland war auch zentrales Thema bei der Delegiertenversammlung des Kreisfeuerwehrverbands am Sonnabend in Bollewick. Dort sprach die Mehrheit der 200 wahlberechtigten Kameraden in einer geheimen Wahl ihrem Vorsitzenden Stephan Drews das Misstrauen aus. Offiziell wurde stets von "der Sache am 18. März" gesprochen, inoffiziell kursierten jedoch hartnäckig Gerüchte über einen verletzten Polizisten, die nun von der Polizei widerlegt wurden.
Bereits am Vortag des Einsatzes hatte Ex-Kreiswehrführer Norbert Rieger einen Eilantrag zur Abwahl von Stephan Drews eingebracht, der jedoch nicht auf die Tagesordnung der Versammlung gelangte. In seiner Begründung vom 17. März kritisierte Rieger unter anderem Drews' mangelnde Fähigkeit zur Deeskalation und friedlichen Konfliktlösung.
Vorgeschichte: Suspendierungen und rechtliche Auseinandersetzungen
Stephan Drews ist bereits seit Ende 2025 von seinem ehrenamtlichen Posten als Stadt- und Gemeindewehrführer in Friedland suspendiert. Bürgermeister Frank Nieswandt (Die Linke) hatte damals Drews' persönliche Eignung in Frage gestellt, eine disziplinarische Prüfung eingeleitet und ihm Hausverbot in der Feuerwehr erteilt. Verwaltungsgericht und Landkreis hoben diese Maßnahmen jedoch später auf, was die rechtlichen und persönlichen Konflikte um Drews weiter verschärfte.
Die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass die internen Querelen im Feuerwehrverband der Mecklenburgischen Seenplatte trotz des polizeilichen Dementis anhalten. Während die Behörden die genauen Umstände des Einsatzes noch aufklären müssen, bleibt Stephan Drews vorerst suspendiert und sieht sich weiterhin erheblichem Druck aus den Reihen der Feuerwehr und der Lokalpolitik ausgesetzt.



