Nach 49 Jahren im Dienst der Brauerei Bischofshof steht Peter Turicik plötzlich ohne Job da. Der 63-jährige Brauer aus Bayern hatte gehofft, sein Berufsleben bei dem traditionsreichen Unternehmen zu beenden, doch nun schließt die Brauerei zum Jahresende. Seine Enttäuschung richtet sich auch gegen den Bischof, dem die Brauerei gehört.
Ein Leben für das Bier
Seit seiner Ausbildung im Jahr 1978 arbeitet Peter Turicik ununterbrochen bei der Brauerei Bischofshof. Der Betrieb in Regensburg ist eng mit der Diözese verbunden und gehört dem Bischof. Für Turicik war es mehr als nur ein Job: „Ich habe hier mein ganzes Berufsleben verbracht. Die Brauerei war wie eine zweite Familie“, sagt er. Nun muss er sich mit 63 Jahren arbeitslos melden – ein Schock für den erfahrenen Brauer.
Der Abstieg einer Traditionsbrauerei
Die Schließung der Brauerei Bischofshof kommt nicht überraschend. In den letzten Jahren kämpfte der Betrieb mit sinkenden Umsätzen und wachsendem Konkurrenzdruck. Die Entscheidung, die Produktion einzustellen, fiel nach langen internen Beratungen. Für Turicik ist das schwer zu akzeptieren: „Man hat das Gefühl, dass die Verantwortlichen den Kampf aufgegeben haben.“ Besonders bitter: Der Bischof als Eigentümer habe sich nicht ausreichend für den Erhalt der Arbeitsplätze eingesetzt.
Wut und Enttäuschung
Peter Turicik macht keinen Hehl aus seiner Wut. „Nach fast 50 Jahren Treue erwarte ich mehr Wertschätzung. Der Bischof hätte sich für uns einsetzen müssen“, kritisiert er. Die Belegschaft fühle sich im Stich gelassen. Viele seiner Kollegen teilen die Enttäuschung. Einige von ihnen arbeiten ebenfalls seit Jahrzehnten für die Brauerei und stehen nun vor dem Nichts.
Was bleibt, ist die Erinnerung
Trotz aller Bitterkeit blickt Turicik auch auf viele schöne Momente zurück. Er erinnert sich an die gemeinsamen Feste, den Zusammenhalt im Team und den Stolz, ein echtes Bier aus Regensburg zu brauen. „Das werde ich nie vergessen“, sagt er. Doch die Zukunft macht ihm Sorgen. Mit 63 Jahren einen neuen Job zu finden, wird nicht leicht. Er hofft auf eine Umschulung oder eine vorzeitige Rente.
Die Schließung der Brauerei Bischofshof ist ein weiteres Kapitel im Niedergang der traditionellen Braukunst in Deutschland. Für Peter Turicik und seine Kollegen endet eine Ära – und der Bischof bleibt für viele der Adressat ihres Zorns.



