Hymnenpflicht an bayerischen Schulen startet im neuen Schuljahr
Hymnenpflicht an Schulen in Bayern startet 2026

Hymnenpflicht an bayerischen Schulen kommt zum nächsten Schuljahr

Die von der CSU forcierte Hymnenpflicht an bayerischen Schulen wird Realität – jedoch erst ab dem kommenden Schuljahr. Bei Abschlussfeiern müssen dann mindestens zwei Hymnen erklingen, darunter stets die Bayernhymne. Dies geht aus einem Schreiben des Kultusministeriums an alle weiterführenden Schulen in Bayern hervor.

Details zur Umsetzung

Ursprünglich hatte die CSU alle drei Hymnen – Nationalhymne, Europahymne und Bayernhymne – für Schulabschlussfeiern vorschreiben wollen. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) drängte zudem auf eine sofortige Umsetzung noch zum aktuellen Schuljahresende. Doch nun heißt es in dem Ministeriumsschreiben: „Ab dem Schuljahr 2026/2027 müssen bei festlichen Schulveranstaltungen zur Verleihung von Abschlusszeugnissen immer die Bayernhymne und mindestens eine weitere Hymne (deutsche Nationalhymne und/oder Europahymne) in würdig-feierlicher Weise in den Festakt integriert werden.“ Das Ministerium betont, dass dies das Ergebnis eines Austauschs mit der Schulfamilie sei, einschließlich Vertretern verschiedener Verbände.

Die Entscheidung, ob die Hymnen vom Band oder von einer Musikgruppe gespielt werden, liegt laut Schreiben im Ermessen der Schulleitung und richtet sich nach den Möglichkeiten der einzelnen Schule. Eine Mitsingpflicht besteht nicht. Allerdings sollen Textblätter ausgehändigt werden, um den Teilnehmern ein textsicheres Mitsingen zu ermöglichen.

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Hintergrund und Kontroversen

Damit setzt Kultusministerin Anna Stolz (Freie Wähler) einen Vorstoß der CSU um, der auf dem Parteitag im Dezember 2025 seinen Ausgang nahm. Die Junge Union hatte damals einen Antrag eingebracht, der eine Mehrheit der Delegierten fand. Darin hieß es, die CSU-Abgeordneten sollten sich „für ein verpflichtendes Spielen der Nationalhymne und der Europahymne sowie in Bayern der Bayernhymne zu gesellschaftlich relevanten Anlässen wie der Verleihung von Schul- und Berufsabschlüssen“ einsetzen.

Söder hatte im Januar 2026 gefordert, die Hymnenpflicht rasch umzusetzen – möglichst schon zum Schuljahresende. Der Vorstoß sorgte für Wirbel: Neben Zustimmung gab es viel Kritik und Spott. Beim Starkbieranstich auf dem Münchner Nockherberg lästerte Kabarettist Stephan Zinner über die Initiative und bezeichnete sie als „plakativen Schmarrn“. Die Gewerkschaft GEW kritisierte zudem, dass das Ministerium im Schreiben auf §90a StGB (Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole) verweist. GEW-Vize Markus Weinberger sagte: „Offensichtlich befürchtet das Ministerium, dass die staatlich verordnete Singstunde nicht von allen so bierernst genommen wird wie gewünscht und schwenkt schon mal vorsorglich die Keule des Strafgesetzbuches.“

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