Unfair-Debatte um Arévalo: Stuttgarts 7,5-Mio.-Stürzer schießt Hattrick in 3. Liga
Unfair-Debatte um Arévalo: Hattrick in 3. Liga

Stuttgart – Eine Diskussion über Fairness im deutschen Fußball entbrennt: Jeremy Arévalo, der 7,5 Millionen Euro teure Winterneuzugang des VfB Stuttgart, erzielte am Wochenende für die zweite Mannschaft in der 3. Liga einen Hattrick gegen Rot-Weiss Essen. Der 21-jährige ecuadorianische Nationalspieler, der bei den Profis bislang nur auf 32 Minuten Einsatzzeit kam, zeigte sich in der Partie, die der VfB mit 6:1 gewann, in bestechender Form.

Hattrick gegen Essen: Arévalo überzeugt

Arévalo traf dreimal vor dem gegnerischen Tor und bewies dabei eine bemerkenswerte Coolness. In vier Drittligaeinsätzen kommt er nun auf fünf Tore und eine Vorlage – eine Quote, die erahnen lässt, warum der VfB im Winter so tief in die Tasche griff. Allerdings wirft sein Einsatz in der 3. Liga Fragen auf. Der SWR berichtete nach dem Spiel, ob Arévalos Mitwirken nicht als „Wettbewerbsverzerrung“ und „unfair“ angesehen werden könne. Schließlich ist allein sein Marktwert von 7,5 Millionen Euro höher als der des gesamten Essener Kaders, der laut transfermarkt.de auf 7,43 Millionen Euro geschätzt wird.

Wohlgemuth: „Arévalo ist ein Zukunftsprojekt“

VfB-Sportboss Fabian Wohlgemuth äußerte sich auf BILD-Anfrage zu der Kritik: „Mit Jeremy Arévalo haben wir einen hochveranlagten jungen Stürmer für den VfB verpflichten können, der in der Lizenzmannschaft bisher nicht relevant zum Zuge gekommen ist. Er ist ein Zukunftsprojekt und wird die Qualität in unserem Kader nachhaltig sichern. Kompensatorisch hat er auch Einsätze in der U21, in einer Mannschaft, die unter anderem genau hierzu einen sehr wesentlichen Zweck besitzt: Nämlich um Spielpraxis für Profis zu ermöglichen, die nicht ausreichend Spielzeit in der ersten Mannschaft erhalten.“

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Arévalos Perspektive: WM und VfB-Planung

Beim VfB soll der Stürmer im Saisonendspurt seine gute Form halten. Ob er sich mit seinen Toren tatsächlich für die Profis empfehlen kann, bleibt angesichts des anspruchsvollen Saisonfinals mit den beiden Endspielen um die Champions-League-Teilnahme und dem DFB-Pokal-Finale gegen Bayern fraglich. Doch Arévalo kämpft um mehr als nur einen weiteren Profi-Einsatz: Im Sommer steht die Weltmeisterschaft an, und der Ecuadorianer will für Deutschlands Gruppengegner nominiert werden. Bisher kam er dreimal für „La Tri“ zum Einsatz. In den USA kann er weiter auf Torejagd gehen, um mit noch mehr Selbstvertrauen an den Neckar zurückzukehren. In Stuttgart plant man fest mit dem Stürmer für die neue Saison – eine Leihe kommt derzeit nicht infrage.

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