Mitschüler trauern um Sohn von Lara Joy Körner: Gedenkstätte an der Isar für Remo (†19)
Gedenkstätte für Remo (†19) an der Isar

München – Es zerreißt einem das Herz. Klassenkameraden und Freunde von Remo Aimé Pollert (†19) haben oberhalb des Isarufers zwei Gedenkstätten für den Sohn von Schauspielerin Lara Joy Körner (47) errichtet, der am 9. Mai tot aus dem Fluss geborgen wurde. Sie haben Fotos von Remo aufgestellt und rote Grablichter. Collagen mit Briefen abgelegt, die mit Klarsichtfolie gegen den Regen geschützt sind. Davor liegen Blumen, eine Schachtel Zigaretten, eine leere Flasche Augustiner-Bier.

Ein Freund voller Widersprüche

Die liebevollen Erinnerungen zeichnen das Bild eines Freundes, der gern feierte, lustig und cool war, aber auch nachdenklich und tiefgründig. Der handgeschriebene Brief seiner Mitschüler beginnt mit dem Satz: „Ich hasse mein verdammt geiles Leben.“ Es war sein Motto. Remo Pollert besuchte die 11. Klasse einer privaten Fachoberschule in München. „Remo hat unsere kleine Klasse mit seiner offenen, lustigen und fröhlichen Weise vollständig gemacht. Wir vermissen ihn alle jetzt schon unglaublich und hoffen, dass er in Frieden ruhen kann.“

Stille Trauer an der Isar

Es ist still an diesem Tag. Nur das Rauschen des Flusses, den Remo so liebte und in dem er sein Leben verlor, ist zu hören. Ein Rentner steigt vom Fahrrad, zieht seinen Hut ab, liest die liebevollen Worte, die Remos Kunstlehrerin geschrieben hat: „Deine philosophischen Fragen werden mir fehlen – und Du als Mensch.“ Der Herr schaut zur nahen Ludwigsbrücke, von der aus die Feuerwehr Remos Leiche barg, nachdem eine Passantin sie entdeckt hatte. Er dreht sich um und murmelt: „Warum? Warum nur?“

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Ungewissheit bleibt

Auf diese Frage gibt es noch keine Antwort. Wahrscheinlich wird auch nie geklärt werden können, was genau passiert ist. Ob Remo feiern war, bevor er in der Isar starb, wie er überhaupt in das Wasser gelangt ist, und warum ihm niemand helfen konnte. Zeugen gibt es bisher nicht, Remo scheint allein unterwegs gewesen zu sein. Die Kripo schließt Fremdverschulden aus, geht von einem tragischen Unglück aus. Die Obduktion ergab: Remo ist ertrunken. Das Ergebnis einer toxikologischen Untersuchung steht noch aus. Die Ungewissheit ist besonders schmerzhaft. Aber in den Herzen seiner Familie und seiner Freunde lebt Remo weiter. „Dein Platz bei uns bleibt“, schreibt ein Mitschüler. Das ist tröstlich.

„Remo 4 ever“ (für immer) haben seine Freunde auf die Mauer an der Münchner Ludwigsbrücke gesprayt.

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