Berliner Grüne fordern neues Klimaticket für ÖPNV
Die Berliner Grünen haben ein neues Mobilitätskonzept vorgelegt, das speziell auf die Bedürfnisse von Schülern, Jugendlichen im Freiwilligendienst und Menschen mit geringem Einkommen zugeschnitten ist. In ihrem Wahlprogramm für die Abgeordnetenhauswahl am 20. September fordern sie die Einführung eines sogenannten Klimatickets, das ähnlich wie das Deutschland-Ticket bundesweit gültig sein soll.
Drei Säulen für mehr Mobilität
Das vorgeschlagene Klimaticket basiert auf drei zentralen Säulen, die unterschiedliche Zielgruppen unterstützen sollen:
- Schülerticket: Das bereits bestehende Schülerticket, das aktuell von etwa 400.000 Schülerinnen und Schülern in Berlin genutzt wird, soll aufgewertet werden und weiterhin kostenlos bleiben. Damit wird die bereits etablierte Praxis fortgesetzt und gestärkt.
- Freiwilligenticket: Neu eingeführt werden soll ein kostenloser Monatsfahrschein für junge Menschen, die sich im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) oder ähnlichen Programmen engagieren. Dies betrifft insbesondere Tätigkeiten im Sozialbereich und soll das ehrenamtliche Engagement finanziell entlasten.
- Sozialticket: Die dritte Säule sieht eine deutliche Verbilligung des Sozialtickets vor. Der Preis für das sogenannte Berlin-Ticket S, das für Menschen gilt, die Sozialleistungen beziehen, soll von aktuell 27,50 Euro auf monatlich 9 Euro gesenkt werden. Damit wird eine erhebliche finanzielle Entlastung für einkommensschwache Haushalte erreicht.
Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit verbinden
Philmon Ghirmai, Co-Landesvorsitzender der Berliner Grünen, betonte die sozialpolitische Dimension der Maßnahme: „Unser Ziel ist, mit Klimaschutzmaßnahmen gerade auch diejenigen zu entlasten, die von der Klimakrise härter getroffen werden.“ Das Klimaticket soll somit nicht nur die Mobilität verbessern, sondern auch einen Beitrag zur sozialen Gerechtigkeit im Kontext der Klimapolitik leisten.
Die Pläne sind Teil des Entwurfs für das Grünen-Wahlprogramm zur Berlin-Wahl, das auf einem Parteitag an diesem Sonntag beschlossen werden soll. Die Initiative zielt darauf ab, die Attraktivität des öffentlichen Nahverkehrs zu steigern und gleichzeitig klimafreundliche Alternativen zum motorisierten Individualverkehr zu fördern.
Mit diesem Vorstoß positionieren sich die Grünen als Partei, die ökologische und soziale Anliegen miteinander verbindet. Das Klimaticket könnte, falls umgesetzt, die Mobilitätswende in Berlin und darüber hinaus vorantreiben und insbesondere benachteiligte Gruppen stärker in den Fokus rücken.



