Hochhausbrand in Berlin-Lichtenberg: Säugling stirbt, Mutter und Brünger schwer verletzt
Nach einem verheerenden Brand in einem Hochhaus im Berliner Bezirk Lichtenberg haben Betroffene und Helfer die dramatischen Folgen und die emotionale Stimmung im Stadtteil geschildert. Ein neun Monate alter Säugling kam bei dem Feuer ums Leben, während seine 26-jährige Mutter und sein fünfjähriger Bruder in kritischem Zustand in Krankenhäuser eingeliefert wurden. Die Polizei bestätigte am Mittag, dass alle drei bewusstlos im Hausflur aufgefunden worden waren.
Dramatische Rettungsszenen und emotionale Betroffenheit
Linda Rockmann von der nahegelegenen Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung Betonoase war Augenzeugin der Rettungsarbeiten. „Es war ein drauf und drunter, ein Durcheinander. Viele haben geweint, viele waren schockiert über den Brand“, berichtete sie Reportern der Deutschen Presse-Agentur. Sie beschrieb, wie Notärzte abends auf der Straße die Mutter reanimierten, während sie selbst eine leicht bekleidete und gehbehinderte Frau zu einem italienischen Restaurant begleitete.
Rockmann lobte ausdrücklich die Einsatzkräfte: „Sie haben alles super organisiert und waren auch hilfsbereit, als ich nach einer Decke für die Frau gefragt habe.“ Sie kochte den ganzen Abend Tee für die wartenden Menschen und betonte die Sorgen der Kinder aus ihrem Jugendclub, die sich um Freunde oder Bekannte sorgten. „Die machen sich natürlich jetzt auch Sorgen und sind auch sehr traurig darüber, dass das Kind gestorben ist.“
Erhebliche Sachschäden und gesperrte Wohnungen
Constanze Körner, die in einem Büro des Vereins Lesben* Leben Familie (LesLeFam) unterhalb der ausgebrannten Wohnung arbeitet, schilderte massive Sachschäden. „Als ich die Tür öffnete, war es entsprechend schlimm“, sagte sie. Durch die Decke sei sehr viel Löschwasser eingedrungen, Deckenplatten seien auf Möbel und Boden gefallen. „Unsere Möbel, unsere Technik – ist alles kaputt.“ Der Verein muss alle Aktivitäten absagen und zunächst die Arbeitsfähigkeit wiederherstellen.
Laut der Wohnungsgesellschaft Howoge waren am Mittag noch 21 Wohnungen in dem 20-geschossigen Gebäude polizeilich gesperrt. Insgesamt wurden acht Menschen nach dem Brand in Krankenhäuser gebracht. Das Feuer war am Mittwochabend in einer Wohnung des Komplexes in der Dolgenseestraße ausgebrochen und löste einen Großeinsatz von Feuerwehr und Rettungsdiensten aus.
Folgen für die Gemeinschaft und laufende Ermittlungen
Der Vorfall hat tiefe Spuren in der Nachbarschaft hinterlassen. Die Bewohner des Hochhauses und des umliegenden Viertels sind von den Ereignissen schwer getroffen, während die Einsatzkräfte weiterhin vor Ort sind, um die Ursache des Brandes zu ermitteln und die Sicherheit des Gebäudes zu gewährleisten. Die Polizei führt derzeit Untersuchungen durch, um die genauen Umstände des Feuers aufzuklären.



