Berliner Staatsbibliothek schließt ab 2030 für elf Jahre - 1,1 Milliarden Euro Sanierung
Staatsbibliothek Berlin schließt elf Jahre für Sanierung

Berliner Architekturikone schließt für über ein Jahrzehnt

Die weltbekannte Staatsbibliothek am Potsdamer Platz in Berlin-Tiergarten wird ab dem Jahr 2030 für insgesamt elf Jahre ihre Pforten schließen. Diese weitreichende Entscheidung gab Marion Ackermann, die Präsidentin der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK), bekannt. Hintergrund ist eine umfassende Generalsanierung des denkmalgeschützten Gebäudes, für die insgesamt 1,1 Milliarden Euro veranschlagt sind.

Mammutprojekt mit historischen Dimensionen

Die Sanierung stellt ein Bauvorhaben von historischen Ausmaßen dar, das bereits in der Planungsphase enorme Herausforderungen mit sich bringt. Das Gebäude, das von 1967 bis 1978 nach Plänen des Architekten Hans Scharoun errichtet wurde, beherbergt mehr als 5,4 Millionen Bücher und andere Medien. Diese müssen während der Sanierungsphase vollständig ausgelagert und auf andere Standorte verteilt werden.

„Das Geld dafür kommt aus dem Bauhaushalt der SPK“, erklärte Ackermann. „Es geht darum, eine denkmalgeschützte Architekturikone, die dringenden Sanierungsbedarf hat, fit für die Zukunft zu machen.“ Die ursprüngliche Bauzeit von elf Jahren wird nun durch die gleich lange Sanierungsdauer gespiegelt.

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Gesundheitsschädliche Baumaterialien als besondere Herausforderung

Eine der größten Herausforderungen bei der Sanierung stellt die Schadstoffbelastung dar. Sebastian Pohle, Referatsleiter im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR), erläuterte: „Es wurden in den 70er Jahren viele Baumaterialien verwendet, von denen wir heute wissen, sie sind gesundheitsschädlich.“

Für die Schadstoffsanierung müssen 273 sogenannte Schwarzbereiche eingerichtet werden, die separat eingehaust und mit eigener Lüftung versehen werden. „Das ist einfach nicht bei laufendem Betrieb möglich“, so Pohle. Allein dieser Prozess wird voraussichtlich vier Jahre in Anspruch nehmen und erfordert spezialisierte Firmen sowie Mitarbeiter mit spezieller Schutzausrüstung.

Umfassende bauliche Probleme im Alltagsbetrieb

Der Sanierungsbedarf des Gebäudes mit seinen mehr als 110.000 Quadratmetern auf zwölf Etagen ist vielfältig. Im laufenden Betrieb kommt es regelmäßig zu Problemen: Aufzüge funktionieren nicht zuverlässig, Toiletten sind häufig gesperrt, und diejenigen, die geöffnet sind, stellen aufgrund von Geruchsbelästigungen eine Herausforderung dar. Auch die Klimaanlagen gelten als störanfällig.

Pohle betonte die Komplexität des Vorhabens: „Wir haben Veranstaltungsräume, wir haben öffentliche Räume, Lesesäle und Magazinflächen. Wir haben überall Flachdächer zusammen mit diversen Terrassen, Balkonen und Innenhöfen. Das ist alles sehr herausfordernd, was Wassereinbrüche angeht.“

Modernisierung und Öffnung des Kulturforums

Neben der dringend notwendigen Sanierung plant das Architekturbüro Gerkan, Marg und Partner (gmp), das mit der Planung und Durchführung beauftragt wurde, auch strukturelle Verbesserungen. Das Haus soll sich künftig stärker in Richtung Potsdamer Platz öffnen, wofür ein neuer Eingang an der Ostseite vorgesehen ist.

Weitere geplante Neuerungen umfassen:

  • Die Einrichtung neuer Gruppenarbeitsräume für Studierende und Forschende
  • Die Schaffung von Leseterrassen für angenehmeres Arbeiten im Freien
  • Die Vergrößerung von Grünflächen, teilweise auf bisherigen Parkplätzen
  • Verbesserte Arbeitsbedingungen für das Personal und Besucher

Erste vorbereitende Maßnahmen haben bereits begonnen und sollen bis 2030 abgeschlossen sein. Danach beginnt die elfjährige Hauptsanierungsphase, während der das Gebäude vollständig geschlossen bleibt. Der zweite Standort der Staatsbibliothek Unter den Linden bleibt von der Schließung unberührt und steht weiterhin zur Verfügung.

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