Berliner Untersuchungsausschuss nimmt umstrittene Fördermittelvergabe unter die Lupe
Untersuchungsausschuss prüft Fördermittelvergabe in Berlin

Berliner Untersuchungsausschuss nimmt umstrittene Fördermittelvergabe unter die Lupe

Im Berliner Abgeordnetenhaus hat ein Untersuchungsausschuss seine Arbeit mit ersten Zeugenvernehmungen aufgenommen, um die Vergabe von Fördermitteln in Millionenhöhe durch die Kulturverwaltung zu überprüfen. Der Ausschuss, der auf Antrag von Linken und Grünen eingesetzt wurde, tagt öffentlich und will klären, ob die Mittel für Projekte zur Antisemitismusprävention möglicherweise zu Unrecht vergeben wurden.

Zeugenvernehmungen und Vorwürfe gegen die Kulturverwaltung

Zum Auftakt der Untersuchungen müssen drei Mitarbeiter aus der Kulturverwaltung dem Ausschuss Rede und Antwort stehen. Dabei handelt es sich um zwei stellvertretende Referatsleiter und eine Referentin. Der Ausschuss plant, nach dem Prinzip „von unten nach oben“ vorzugehen, was bedeutet, dass später auch höhere Beamte wie Staatssekretäre und Senatsmitglieder befragt werden sollen.

Die Vorwürfe konzentrieren sich auf den früheren Kultursenator Joe Chialo (CDU) und seine Nachfolgerin Sarah Wedl-Wilson (parteilos). Ihnen wird vorgeworfen, Fördermittel nach unklaren Kriterien und möglicherweise unter Druck aus der CDU-Fraktion vergeben zu haben. Insbesondere geht es um eine Summe von rund drei Millionen Euro aus einem Etat für „Projekte von besonderer politischer Bedeutung“.

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Mögliche Verstöße und interne Widerstände

Ein zentraler Verdacht ist, dass gegen das Haushaltsrecht verstoßen wurde. Die CDU-Fraktion hat diese Vorwürfe jedoch zurückgewiesen. Innerhalb der Kulturverwaltung soll es erhebliche Vorbehalte gegen die Förderpraxis gegeben haben, was auf interne Spannungen hindeutet.

Der Ausschuss sichtet zur Aufklärung der Vorgänge tausende Seiten an Akten und interne Kommunikation, darunter:

  • Zahlreiche E-Mails
  • Whatsapp-Nachrichten, die beispielsweise von Mitgliedern der CDU-Fraktion an die Kulturverwaltung gesendet wurden

Diese Dokumente sollen helfen, die genauen Abläufe und mögliche Einflussnahmen nachzuvollziehen.

Ziel der Untersuchungen und politische Implikationen

Das Hauptziel des Untersuchungsausschusses ist es, Antworten auf viele offene Fragen im Zusammenhang mit der Förderung von Antisemitismusprojekten zu finden. Die Untersuchungen könnten nicht nur rechtliche Konsequenzen haben, sondern auch politische Auswirkungen auf die beteiligten Parteien und die Kulturverwaltung in Berlin.

Die öffentlichen Vernehmungen und die Sichtung der Akten sollen Transparenz schaffen und mögliche Missstände aufdecken, um zukünftige Fördermittelvergaben fairer und rechtskonformer zu gestalten.

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