Berliner Bürgermeister Wegner entschuldigt sich für Kommunikationsfehler nach Stromausfall
Wegner entschuldigt sich für Kommunikationsfehler nach Blackout

Berliner Bürgermeister Wegner bittet um Entschuldigung für Kommunikationspannen nach Stromausfall

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner steht nach dem verheerenden Stromausfall in der Hauptstadt massiv in der Kritik. Der CDU-Politiker hat nun Fehler in seinem Krisenmanagement und insbesondere in der Kommunikation eingeräumt. In einem Interview mit der B.Z. erklärte Wegner: "Ich möchte mich dafür bei allen Berlinerinnen und Berlinern entschuldigen. Es tut mir aufrichtig leid." Der Bürgermeister betonte weiter: "Aufgrund meiner Fehler in der Kommunikation ist ein Eindruck entstanden, den ich sehr bedauere."

Tennisspiel während der Krise sorgt für Empörung

Besonders kontrovers diskutiert wird Wegners Verhalten am 3. Januar, dem ersten Tag des großen Stromausfalls. Recherchen des RBB hatten ergeben, dass der Bürgermeister zunächst verschwiegen hatte, mittags für eine Stunde Tennis gespielt zu haben. Erst später gab er zu, er habe zwischendurch beim Tennis "den Kopf freikriegen" wollen. Diese Aussage löste in der Öffentlichkeit erhebliche Irritationen aus.

Vergangene Woche berichtete der Tagesspiegel über weitere Unstimmigkeiten in Wegners Darstellung. Demnach habe der Regierende Bürgermeister die Öffentlichkeit auch in weiteren Punkten zu seinem Tagesablauf getäuscht. Wegner hatte öffentlich erklärt, er habe sich den ganzen Tag in seinem Homeoffice in Kladow eingeschlossen und intensiv koordiniert, wobei er ausdrücklich Gespräche mit dem Bundeskanzleramt und dem Bundesinnenministerium nannte.

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Dokumente belegen Kommunikationslücken

Unterlagen der Senatskanzlei, die nach einem Eilantrag vor dem Berliner Verwaltungsgericht freigegeben wurden, zeigen jedoch ein anderes Bild. Demnach fanden vor Wegners Tennismatch am Mittag wohl keine solchen Kontakte zur Bundesregierung statt. Diese Diskrepanzen haben das Vertrauen in die Krisenkommunikation der Berliner Regierung nachhaltig erschüttert.

Gleichzeitig verteidigte sich Wegner in dem Interview: "Tatsächlich habe ich mich mit aller Kraft um die Bewältigung dieser Krise gekümmert, als absehbar war, welche Dimension das annimmt." Er betonte, er habe seinen Job gemacht und sich intensiv um die Koordination der Maßnahmen bemüht.

Historischer Stromausfall mit politischen Folgen

Der Stromausfall in Berlin im Januar war der größte der Stadt seit dem Zweiten Weltkrieg. Insgesamt 100.000 Menschen waren davon betroffen, tagelang herrschte im Süden der Stadt Ausnahmezustand. Verantwortlich für den Blackout war ein mutmaßlich linksextremistischer Brandanschlag, zu dem die Bundesanwaltschaft ermittelt.

Wegner hatte sich bereits im Januar selbstkritisch zu seiner Kommunikation geäußert. Der seit April 2023 amtierende Regierungschef führt eine Koalition aus CDU und SPD. Die aktuelle Debatte fällt in eine sensible politische Phase, da am 20. September in der Hauptstadt ein neues Abgeordnetenhaus gewählt wird. Die Kommunikationspannen könnten somit erhebliche Auswirkungen auf den Wahlkampf und das Vertrauen der Berliner Bevölkerung in die Regierung haben.

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