Muskeln und Met: Biker-Treffen in Malchin lockt 800 Teilnehmer
Biker-Treffen in Malchin: 800 Teilnehmer

Muskeln und Met: Biker-Treffen in Malchin lockt 800 Teilnehmer

Rund 800 Biker zeigten in der Waldarena von Malchin, was sie drauf haben. Nicht nur beim Fahren und Knattern, sondern auch beim Parcours, beim Tanzen und Trinken. Das berichtet die Nordkurier.

Ein unüberhörbarer Schwarm durch die Region

Das war ein Knattern und Stauben: Wie die Hummeln sind etliche Biker am Wochenende durch das sonst eher stille Malchin gebraust. Am Samstag sind rund 800 von ihnen – so viele schätzt Mitorganisator Ronny Hanck – zur Ausfahrt gestartet. Ein unüberhörbarer Schwarm, der zwischen bereits aufblühenden Rapsfeldern von Malchin über Basedow, Dargun und Demmin bis Stavenhagen gesichtet wurde.

Coole Kerle in Schwarz und Leder

Coole Kerle in Schwarz und Leder sammelten sich zumeist vor den Getränkeregalen des Supermarkts am Ortsausgang des Städtchens Richtung Waren, da, wo die Waldarena als Biker-Basislager lag. Wo stark tätowierte Muskelmänner sind, postieren sich stets auch gepiercte Girls in Hotpants nicht weit, wie hier und da zu sehen war.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

„Ein Prozent der Clubs“ waren angereist, erklärte Ronny Hanck und meinte damit in der Bikersprache die so genannten Outlaws, also die „bösen Jungs“ der Szene. Hier standen einige bullige Bandidos. Woanders Berserker aus Tutow und natürlich auch Syndikat MC aus Malchin und Neubrandenburg.

Armwrestling und Wikingerspiele

Beim Armwrestling hinter der Bühne konnte Mann zeigen, was die Muckis alles taugen. Aber nicht nur Kraft zählt beim Lenken solcher Maschinen wie einer Harley Davidson, sondern auch viel Feingefühl und Zielsicherheit: Slalomfahren ohne den Fuß aufzusetzen und zugleich Bieraufnehmen ohne Kleckern – muss man eben auch können. Danach ließ sich's mit einem kräftigen Schluck Met wieder auftanken.

Es gab Wikingerspiele und sogar echte Wikinger: In ihrer Heimat Norwegen hatten sich am Donnerstag in aller Herrgottsfrüh Dany Skaettlind und Siggi Mortinsen auf ihre BMW beziehungsweise Kawasaki geschwungen und sind den Roadtrip gen Malchin angetreten. Schon das vierte Mal seien sie da, sagen sie auf Englisch. Der „guten Leute und des Essens“ wegen seien sie wieder gekommen, meint der blondbärtige Dany Skaettlind mit einem hoch gehobenen Daumen in Richtung seiner prallvollen Pommes-Schale.

Oldtimer und Nostalgie

Den wohl kürzesten Weg hatte Awo-Lothar aus Malchin. Er zählt sich zur alten Garde, die keine Trailer brauchen, um ihre Mega-Maschinen zu transportieren. Er lenkt immer dieselbe Awo-Kult von Simson Suhl seit 46 Jahren durch halb Europa selbst. „Die macht alles ohne große Reparaturen mit, selbst 50 Grad an der Algarve“, ist er stolz auf seinen Oldtimer. Er genießt das Bikertreffen, um zu quatschen und Leute kennenzulernen. Wie gerade einen Biker aus Vollrathsruhe. Der findet: „Früher war mehr los. Da sind sie noch auf Hinterreifen gefahren oder in der Kurve aufs Feld abgeschmiert. Jetzt ist es ruhig, manchmal zu ruhig.“

Das gefällt Heinz Müller wohl. Der Senior wohnt direkt an der Waldarena, und manchmal ist ihm nachts die Musik zu laut. Einige Bands spielten schließlich auch jetzt wieder, von der Böhse Onkelz Coverband über AC/DC-Tribute bis zu John Porno Rock'n Roll aus Güstrow. Freilich genießt es der alte Herr auch, Typen zu gucken. „Ist mal `ne Abwechslung“, meint er, langsam seinen Rollator zwischen all den heißen Maschinen vorwärtsschiebend. Den angekündigten Striptease bekam er nicht zu sehen. Die Stripperin hatte kurzfristig abgesagt.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration