BSW kritisiert Nato-Manöver in Brandenburger Kliniken: Kriegsübung statt Patientenversorgung?
BSW: Nato-Manöver in Kliniken schadet Patientenversorgung

BSW schlägt Alarm: Brandenburger Kliniken in Nato-Kriegsübung involviert

Die BSW-Landtagsfraktion in Brandenburg hat deutliche Kritik an der Beteiligung Brandenburger Krankenhäuser an der Bundeswehrübung „Medic Quadriga 2026“ geäußert. Der gesundheitspolitische Sprecher der Fraktion, Andreas Kutsche, erklärte am Dienstag in Potsdam, dass diese Übung „nichts mehr mit Landesverteidigung zu tun“ habe. Stattdessen werde hier die Versorgung verwundeter Soldaten aus einem Nato-Kriegsszenario trainiert.

Zivile Patientenversorgung in Gefahr?

Bei der sanitätsdienstlichen Schwerpunktübung „Medic Quadriga 2026“ wird laut Angaben des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe die komplette Versorgungskette für Verwundete im Einsatzgebiet geübt. Dies umfasst:

  • Die Erstversorgung im Einsatzgebiet
  • Den Transport der Verletzten nach Deutschland
  • Die anschließende Weiterbehandlung in deutschen Krankenhäusern

Konkret werden verletzte Soldatinnen und Soldaten sowie Zivilpersonen aus Litauen nach Deutschland verlegt. Mit ihrer Ankunft am Flughafen Berlin Brandenburg beginnt der zivile Teil der Rettungskette. In der Nähe wird ein temporärer medizinischer Aufnahmepunkt eingerichtet, von dem aus die Verteilung auf geeignete Krankenhäuser erfolgt.

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Kritik an Prioritätenverschiebung

„Hier geht es darum, zuerst Verletzte zu versorgen, und die Bevölkerung hinten ansteht“, kritisierte Kutsche die Übung. Er sieht darin eine bedenkliche Entwicklung: „Bundesweit erleben wir eine Verschiebung: Das Land soll kriegstüchtig gemacht werden.“ Der Politiker betonte jedoch, dass Krieg medizinisch nicht kontrollierbar sei und forderte stattdessen: „Brandenburg braucht keine Kriegstüchtigkeit, Brandenburg braucht funktionierende Krankenhäuser.“

Kutsche schlug alternative Lösungen vor: Wenn es um die Versorgung verwundeter Soldaten gehe, sollten besser Bundeswehrkrankenhäuser ausgebaut und Feldlazarette eingerichtet werden. „Wir wollen den zivilen Schutz der Menschen aufrecht erhalten“, betonte der BSW-Gesundheitsexperte. Die Teilnahme ziviler Krankenhäuser an militärischen Übungen stelle die Prioritäten in der Gesundheitsversorgung infrage und könne die medizinische Betreuung der Brandenburger Bevölkerung beeinträchtigen.

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