Brandenburger CDU-Politiker Bommert: Militärvideo lief aus Versehen
Der Brandenburger CDU-Vizefraktionschef Frank Bommert ist erneut mit einem Beitrag in sozialen Medien auf Kritik gestoßen. Der Landtagsabgeordnete postete ein Video, das Motorräder der Wehrmacht zeigt, und verteidigte die Veröffentlichung als technisches Versehen. „Ich habe statt auf Weiterleiten auf Story getippt“, erklärte Bommert der Deutschen Presse-Agentur. Er habe das Material eigentlich an einen befreundeten Militärfahrzeug-Fan schicken wollen, sei dann aber durch einen Anruf auf den Fehler aufmerksam gemacht worden und habe den Beitrag umgehend gelöscht.
Fraktionsspitze distanziert sich deutlich
Die CDU-Fraktion im Brandenburger Landtag reagierte prompt auf den Vorfall. Fraktionsvorsitzender Steeven Bretz „distanziert sich in aller Deutlichkeit von Inhalten dieser Art sowie von deren Verbreitung“, wie es in einer offiziellen Mitteilung heißt. Fraktionssprecher Martin Burmeister kündigte an, dass der Sachverhalt intern aufgearbeitet werde. „Hierzu wird Steeven Bretz zeitnah das persönliche Gespräch mit dem Abgeordneten suchen“, so Burmeister. Entscheidend sei, dass das Video unverzüglich entfernt worden sei.
Laut Berichten der „B.Z.“ zeigte das inzwischen gelöschte Instagram-Video Teilnehmer eines Militärfahrzeug-Treffens, die in historischen Uniformen auf restaurierten Wehrmachts-Motorrädern zu sehen waren. Bommert betonte in seiner Stellungnahme, dass er „mit Militär nichts am Hut“ habe und es sich um kein verbotenes Material handle. Dennoch sorgt der Post für Unmut innerhalb der eigenen Reihen.
Nicht der erste umstrittene Social-Media-Auftritt
Für Frank Bommert ist dies bereits der zweite Vorfall dieser Art innerhalb kurzer Zeit. Bereits im Jahr 2024 hatte der CDU-Politiker mit einem kontroversen WhatsApp-Status für Aufsehen gesorgt. Damals schrieb er in einer Nachricht, Gott habe seine Lieblingspolitiker Robert Habeck, Annalena Baerbock, Ricarda Lang und Olaf Scholz zu sich gerufen – eine ironische Anspielung, die er später als Fehler bezeichnete.
Die Konsequenzen damals waren deutlich: Bommert trat vom Vorsitz des Landtags-Wirtschaftsausschusses zurück und erhielt von der CDU einen offiziellen Verweis. Allerdings blieb dieser ohne weitere Sanktionen wie die Enthebung von Parteiämtern. Ob der aktuelle Vorfall ähnliche Folgen haben wird, bleibt abzuwarten. Die interne Aufarbeitung durch Fraktionschef Bretz wird hier entscheidend sein.
Der Fall zeigt erneut, wie sensibel der Umgang mit historischen Symbolen in der politischen Kommunikation ist – insbesondere in Brandenburg, wo die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit eine besondere Rolle spielt. Bommerts Erklärung, es handele sich um einen simplen Bedienfehler, wird von Kritikern als unzureichend angesehen, während seine Unterstützer auf die sofortige Löschung des Videos verweisen.



