Brandenburg: Fast täglich antisemitische Straftaten – SPD-Anfrage offenbart alarmierende Zahlen
Fast täglich antisemitische Straftaten in Brandenburg

Brandenburg: Fast täglich antisemitische Straftaten – SPD-Anfrage offenbart alarmierende Zahlen

In Brandenburg bleibt die Zahl antisemitischer Straftaten auf einem besorgniserregend hohen Niveau. Wie aus einer Antwort der Potsdamer Landesregierung auf eine „Kleine Anfrage“ des SPD-Landtagsabgeordneten Andreas Noack hervorgeht, wurden im Jahr 2025 insgesamt 262 antisemitische Straftaten in Brandenburg registriert. Im Vorjahr 2024 waren es noch 274 Delikte gewesen.

Rein rechnerisch bedeutet das: Fast an jedem einzelnen Tag wird in unserem Bundesland eine antisemitische Straftat begangen – und das nicht erfasste Dunkelfeld ist dabei noch nicht einmal mit eingerechnet, wie Noack betont. Zum Vergleich: In den Jahren 2014 bis 2018 lag die Zahl der antisemitischen Straftaten in Brandenburg noch bei jährlich unter 100 Fällen.

„Antisemitismus ist kein Randphänomen“

Die Gesellschaft könne und dürfe nur eine Null-Toleranz-Strategie verfolgen, erklärte Noack am Montag in Potsdam. „Jeder antisemitische Vorfall muss benannt, verfolgt und gesellschaftlich geächtet werden.“ Der Schutz jüdischen Lebens sei keine freiwillige Aufgabe, sondern eine historische und demokratische Verpflichtung des Landes Brandenburg.

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Besorgt äußerte sich auch der Brandenburger Antisemitismus-Beauftragte Andreas Büttner. „262 antisemitische Straftaten in einem Jahr – das ist keine abstrakte Zahl, sondern Ausdruck einer besorgniserregenden Entwicklung“, sagte Büttner. Hinter jeder einzelnen Tat stehe ein konkreter Angriff auf Menschen, die in Brandenburg selbstverständlich und sicher leben wollen.

„Antisemitismus ist kein Randphänomen und kein Relikt der Vergangenheit“, betonte der Landesbeauftragte, auf dessen Grundstück in Templin erst im Januar ein Brandanschlag verübt worden war. „Er zeigt sich heute offen, aggressiv und zunehmend enthemmt.“

Prävention und klare Haltung gefordert

Antisemitismus beginne dabei nicht erst mit der eigentlichen Straftat. Er beginne viel früher – mit Worten, Abwertungen und der systematischen Infragestellung jüdischen Lebens in unserem Land. „Deshalb braucht es eine klare politische Haltung, konsequente Strafverfolgung und eine starke Präventionsarbeit – insbesondere in Schulen und in der politischen Bildung“, forderte Büttner.

Der Schutz jüdischen Lebens sei ein entscheidender Gradmesser für die Stabilität unserer Demokratie. Wenn hier Nachlässigkeiten auftreten oder die Wachsamkeit nachlasse, gefährde das unmittelbar das Fundament des freiheitlichen Zusammenlebens in ganz Deutschland. Die aktuellen Zahlen aus Brandenburg unterstreichen diese Gefahr in erschreckender Deutlichkeit.

Die Landesregierung steht nun in der Pflicht, nicht nur die statistische Erfassung zu verbessern, sondern vor allem wirksame Maßnahmen gegen den alltäglichen Antisemitismus zu entwickeln. Die SPD-Anfrage hat hierfür eine wichtige Grundlage geschaffen und den dringenden Handlungsbedarf dokumentiert.

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