Feldhasen in Brandenburg: Bestand stabil trotz bundesweiter Krankheitsbedenken
Feldhasen in Brandenburg: Bestand bleibt stabil

Feldhasen in Brandenburg: Bestand bleibt stabil trotz Krankheitsbedrohung

Potsdam – Kurz vor den Osterfeiertagen gibt es erfreuliche Nachrichten aus der brandenburgischen Natur: Der Bestand der Feldhasen im Land bleibt auf einem stabilen Niveau. Dies teilt der Landesjagdverband Brandenburg mit, der regelmäßige Zählungen durchführt. Trotz bundesweiter Sorgen um die Ausbreitung von Krankheiten wie der Myxomatose zeigt sich die Population in Brandenburg wider Erwarten robust.

Konstante Zahlen trotz Herausforderungen

„Wir sind froh, dass sich die Zahlen stabilisieren“, erklärt Kai Hamann, Geschäftsführer des Landesjagdverbands Brandenburg. Die aktuellen Daten des Verbandes zeigen eine positive Entwicklung: Während im Frühjahr des vergangenen Jahres durchschnittlich etwa fünf Feldhasen pro Quadratkilometer gezählt wurden, stieg diese Zahl im Herbst auf rund sieben Tiere an. Dieser leichte Zuwachs deutet auf eine gesunde Population hin.

Hamann betont, dass es in Brandenburg keine größeren Schwankungen in der Hasenpopulation gegeben habe – auch nicht durch Krankheitseinflüsse. Dies sei besonders bemerkenswert, da in anderen Bundesländern die tödliche Viruserkrankung Myxomatose bereits deutliche Spuren hinterlassen hat.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Lebensraumgestaltung als Schlüssel zum Erfolg

Ein wichtiger Grund für die stabile Entwicklung liegt in der gezielten Lebensraumgestaltung. In enger Zusammenarbeit mit den Landwirten hat der Landesjagdverband begonnen, zusätzliche Strukturen für die Feldhasen zu schaffen. Die Tiere benötigen abwechslungsreiche Feldschläge mit kleinflächigen Elementen, um sich sicher bewegen und fortpflanzen zu können.

„Es ist begrüßenswert, dass die Brandenburger Landwirte dafür sorgen, dass Ackerrandstreifen bestehen bleiben“, so Hamann. Diese Randbereiche bieten den Hasen nicht nur Deckung vor Fressfeinden, sondern auch wichtige Nahrungsquellen. Die kooperative Arbeit zwischen Jägern und Landwirten zeigt somit messbare Erfolge im Artenschutz.

Bundesweite Entwicklung gibt Anlass zur Sorge

Im deutschlandweiten Vergleich liegt Brandenburg allerdings unter dem Durchschnitt. Nach aktuellen Erhebungen des Deutschen Jagdverbands (DJV) lebten im Mittel im vergangenen Frühjahr rund 19 Feldhasen pro Quadratkilometer Feld und Wiese – deutlich mehr als in der Mark Brandenburg.

Besondere Sorgen bereitet den Experten die Ausbreitung der Myxomatose. Diese seit 2023 nachgewiesene Viruserkrankung verläuft bei Feldhasen fast immer tödlich. Bundesweit zeigen sich zwar bisher keine gravierenden Folgen für die Gesamtpopulation, doch stark betroffene Bestände in einzelnen Regionen haben sich bislang kaum erholt. Die Krankheit bleibt somit eine latente Bedrohung für die gesamte Hasenpopulation in Deutschland.

Berlin ohne verlässliche Daten

Für die Hauptstadt Berlin gibt es hingegen keine verlässlichen Angaben zu den Feldhasenbeständen. Der Landesjagdverband Berlin erhebt keine entsprechenden Zahlen, sodass eine genaue Einschätzung der Situation in der Metropole nicht möglich ist. Dies erschwert auch länderübergreifende Schutzmaßnahmen und Monitoring-Programme.

Insgesamt zeigt die Entwicklung in Brandenburg, dass gezielte Artenschutzmaßnahmen und die Zusammenarbeit verschiedener Akteure durchaus Erfolge bringen können. Die stabilen Hasenbestände sind ein ermutigendes Signal – auch angesichts der bundesweiten Herausforderungen durch Krankheiten und Lebensraumverlust.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration