Nach Wal-Tod: Grüne kritisieren Backhaus scharf
Grüne attackieren Backhaus nach Wal-Tod

Nach dem Tod des Buckelwals, der mehrfach an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns gestrandet war, kommt scharfe Kritik aus der Grünen-Landtagsfraktion an Umweltminister Till Backhaus (SPD). Der stellvertretende Vorsitzende und umweltpolitische Sprecher, Harald Terpe, warf Backhaus vor, die Verantwortung für die getroffenen Entscheidungen auf sein Haus und seine Mitarbeiter abzuschieben. „Gleichzeitig bemüht er vordergründig die öffentliche Stimmungslage, um sein Vorgehen zu rechtfertigen. Schneid sieht anders aus“, so Terpe.

Terpe fordert wissenschaftsbasierte Entscheidungen

„Von einem Minister, der für Umwelt-, Tier- und Klimaschutz zuständig ist, müssen wir erwarten dürfen, dass verantwortungsvolle Entscheidungen auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse getroffen werden“, betonte der Abgeordnete. „Und nicht im Spannungsfeld zwischen öffentlichem Druck und medienwirksamer, geltungssüchtiger Profilierung oder persönlicher Inszenierung einzelner Akteur*innen und Personengruppen.“

Meeresschutz: Stillstand statt Fortschritt

Nach Terpes Überzeugung weist das Schicksal des Buckelwals weit über den Einzelfall hinaus. „Die Ozeane und Meere, auch unsere Ostsee, stehen massiv unter Druck. Wenn Wale stranden oder sich verirren, ist das auch Ausdruck menschengemachter Störungen der marinen Ökosysteme.“ Er warf Backhaus vor, hier zu blockieren. Nötig seien wirksame Schutzgebiete, weniger Nährstoffeinträge und ein Stellnetzverbot in Schutzgebieten, um besonders die bedrohten Schweinswale besser zu schützen. „Doch genau bei diesen konsequenten Schutzmaßnahmen bewegt sich Herr Backhaus seit Jahren und auch aktuell nicht“, kritisierte Terpe.

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Er verwies auf die vergangene Sitzungswoche des Landtags, in der ein Antrag der Grünen mit dem Titel „Ostsee als Lebensraum erhalten und stärken – Meerestiere schützen“ abgelehnt wurde.

Bestätigung: Toter Wal trug GPS-Tracker

Am Samstag wurde anhand der Gerätenummer des GPS-Trackers, der an dem aus der Wismarer Bucht weggeschleppten Buckelwal angebracht worden war, bestätigt, dass es sich um dasselbe Tier handelt. Der Kadaver war an der dänischen Insel Anholt angeschwemmt worden. Helfer hatten sich seit März bemüht, den Wal in tieferes Wasser zu bringen. Eine private Initiative schleppte ihn schließlich mit einer Barge bis in die Nordsee. Experten hatten gewarnt, das kranke und geschwächte Tier würde bei Freisetzung mutmaßlich ertrinken.

Der Vorfall hat eine Debatte über den Umgang mit gestrandeten Meeressäugern und den Zustand der Ostsee ausgelöst. Umweltschützer fordern ein Umdenken in der Meeresschutzpolitik des Landes.

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