US-Sanktionen: Raffinerie PCK in Schwedt erhält dauerhafte Ausnahmegenehmigung
PCK-Raffinerie dauerhaft von US-Ölsanktionen befreit

Dauerhafte Befreiung von US-Ölsanktionen für PCK-Raffinerie in Schwedt

Nach einer Phase der Unsicherheit und intensiver diplomatischer Bemühungen kann die Ölraffinerie PCK im brandenburgischen Schwedt nun endlich aufatmen. Das US-Finanzministerium hat eine unbefristete Ausnahmegenehmigung erteilt, die es den unter Treuhandverwaltung stehenden deutschen Tochtergesellschaften des russischen Unternehmens Rosneft ermöglicht, weiterhin Geschäfte zu tätigen und von den Sanktionen gegen den russischen Ölsektor ausgenommen zu bleiben.

Planungssicherheit für die Energieversorgung Ostdeutschlands

Für die Raffinerie PCK bedeutet diese Entscheidung lang ersehnte Planungssicherheit. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) betonte in einer Stellungnahme die herausragende Bedeutung dieser Klarstellung: „Der Standort ist industrieller Kern, Arbeitgeber für tausende Menschen und ein zentraler Baustein für die Energieversorgung in Ostdeutschland.“ Die ursprünglich bis zum 29. April befristete Ausnahmegenehmigung wurde damit dauerhaft verlängert.

Die Sorge war groß gewesen, dass US-Sanktionen gegen Rosneft und dessen Tochterfirmen den Betrieb der PCK-Raffinerie gefährden und zu Engpässen in der Kraftstoffversorgung führen könnten. Die Raffinerie versorgt nicht nur Teile von Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern mit Sprit, Heizöl und Kerosin, sondern beliefert auch den Flughafen BER und Regionen in Westpolen.

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Transatlantischer Schulterschluss und politische Reaktionen

Wirtschaftsministerin Reiche wertete die Entscheidung der US-Behörden als starkes Signal für den engen transatlantischen Schulterschluss in der Sanktionspolitik. Der Bund hatte intensive Gespräche mit Washington geführt, um zu verhindern, dass die Sanktionen die Raffinerien treffen.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) nannte die Befreiung von den US-Sanktionen eine „gute Nachricht“ und dankte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) für dessen Engagement. Der Kanzler war zuvor in die USA gereist und hatte in Washington US-Präsident Donald Trump getroffen, was zu direkten Gesprächen über die Angelegenheit führte.

Hintergrund und strukturelle Veränderungen

Rosneft Deutschland hält die Mehrheit an dem Unternehmen in Schwedt. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine stellte der Bund die Rosneft-Töchter Rosneft Deutschland (RDG) und RN Refining & Marketing GmbH (RNRM) im Jahr 2022 unter Treuhandverwaltung. Bislang musste diese Treuhandverwaltung durch die Bundesnetzagentur alle sechs Monate verlängert werden.

Nun soll eine neue Regelung es dem Bund ermöglichen, dauerhaft die Kontrolle über Rosneft Deutschland zu übernehmen. Dies trägt zusätzlich zur Planungssicherheit bei. Die PCK-Raffinerie hatte früher ausschließlich russisches Öl aus der Pipeline Druschba verarbeitet. Aufgrund des Ukraine-Krieges entschied die Bundesregierung jedoch, ab 2023 auf russisches Pipeline-Öl zu verzichten, woraufhin die Raffinerie auf alternative Quellen umstellte.

Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums vereint Rosneft Deutschland rund 13 Prozent der deutschen Erdölverarbeitungskapazität auf sich. Die dauerhafte Befreiung von den US-Sanktionen sichert somit nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch die Energieversorgung für eine bedeutende Region Deutschlands.

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