Brandenburgs Polizei gründet Spezialgruppe gegen organisierte Einbrecherbanden
Potsdam • Die Polizei in Brandenburg reagiert mit einer neuen Spezialeinheit auf den alarmierenden Anstieg von Wohnungseinbrüchen durch organisierte Tätergruppen. Im Jahr 2025 verzeichnete das Bundesland insgesamt 3.164 Fälle von Wohnungseinbruchdiebstählen – ein dramatischer Zuwachs von 607 Delikten gegenüber dem Vorjahr, was einer Steigerungsrate von 23,7 Prozent entspricht.
Neue operative Einheit für schnellere Reaktion
Polizeipräsident Oliver Stepien kündigte im Innenausschuss des Brandenburger Landtages die Einrichtung eines sogenannten „operativen Info-Boards“ an. Diese landesweit zusammengesetzte Gruppe innerhalb der Polizei wird sich ausschließlich mit der Bekämpfung von Wohnungseinbrüchen befassen. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, vorhandene Daten bei den Polizeidienststellen schneller auszuwerten, um frühzeitig Entwicklungen zu erkennen und umgehend koordinierte Fahndungsmaßnahmen einzuleiten.
Das Gremium analysiert kontinuierlich Tatmuster und Bewegungsprofile der Täter, um festzustellen, wo verstärkte Polizeipräsenz und gezielte Ermittlungsaktionen notwendig sind. „Vorliegende Daten sollen schneller ausgewertet werden, um noch schneller reagieren zu können“, betonte Polizeipräsident Stepien während der Ausschusssitzung.
Organisierte Täter hinterlassen kaum Spuren
Innenminister Jan Redmann (CDU) zeigte sich besorgt über die aktuelle Entwicklung: „Die Entwicklung bei Wohnungseinbrüchen bereitet große Sorgen. Sie lösen eine große Beeinträchtigung bei den Opfern aus, weil sie sich in der Wohnung nach der Tat nicht mehr sicher fühlen.“ Der Minister betonte, dass die psychologischen Folgen für die Betroffenen oft schwerwiegender seien als der materielle Schaden.
Polizeipräsident Stepien schilderte die Arbeitsweise der Täter als hochprofessionell und organisiert: Die Einbrecher agieren häufig vermummt und hinterlassen an den Tatorten kaum verwertbare Spuren. Sie konzentrieren sich gezielt auf leere Wohnhäuser, wodurch herkömmliche Abwehrmaßnahmen wie Videokameras oft wirkungslos bleiben. Besonders betroffen von der Einbruchswelle ist der Berliner Speckgürtel, wo die Fallzahlen besonders stark angestiegen sind.
Stärkung der Analysetätigkeit als zentraler Ansatz
Die neue Strategie der Brandenburger Polizei setzt auf eine systematische Stärkung der Analysetätigkeit. Durch die frühzeitige Erkennung von Serientaten und die Identifizierung von Tatmustern soll die Ermittlungsarbeit gegen professionell agierende Einbrecher deutlich effektiver werden. Das operative Info-Board fungiert als zentrale Koordinierungsstelle, die landesweit alle relevanten Informationen bündelt und daraus konkrete Handlungsempfehlungen für die örtlichen Polizeidienststellen ableitet.
Diese Maßnahmen sind Teil eines umfassenden Konzepts zur Verbesserung der Sicherheitslage in Brandenburg. Die Polizeiführung verspricht sich von der neuen Struktur nicht nur eine schnellere Aufklärung von Einbruchsdelikten, sondern auch eine präventive Wirkung durch gezielte Präsenz in besonders gefährdeten Gebieten.



