Fotorätsel gelöst: Das Ratseck in Lychen
Ein Blick genügte und der Templiner Siegfried Adolph wusste, um welches Gebäude es in der neuen Folge des „Historischen Guckkastens“ ging: „Das ist das ‚Ratseck‛ in Lychen“, so der Kurstädter. Das veröffentlichte Rätselfoto hatte viele Leser dazu angeregt, ihre Erinnerungen an das bekannte Gebäude in der Flößerstadt zu teilen.
Ein beliebter Treffpunkt zu DDR-Zeiten
Das „Ratseck“ war zu DDR-Zeiten eine beliebte HO-Gaststätte. Neben dem Gebäude befand sich ein Parkplatz, auf dem früher mehrere Geschäfte standen. „Dort konnte man Milch und Gemüse kaufen. Außerdem gab es dort einen Friseur“, berichtete Siegfried Adolph. Auch die Schwester seiner Frau feierte dort ihre Hochzeit. Manfred Paesler aus Templin ergänzte: „Das Haus steht gegenüber vom Lychener Rathaus. Früher wurden im ‚Ratseck‛ im oberen Bereich auch Zimmer vermietet.“
Schwierige Platzsuche im Sommer
Der Templiner Ronald Wienecke, von Beruf Vermesser, erinnerte sich: „Wir hatten auch oft in Lychen zu tun und haben dann Mittag in der HO-Gaststätte gegessen. Im Sommer war es allerdings schwierig, dort einen Platz zu bekommen. Schließlich ist Lychen schon immer eine Touristenhochburg.“ Das bestätigte die Beliebtheit der Gaststätte, die auch bei Ausflüglern sehr gefragt war.
Leerstand und Neuanfang
Das veröffentlichte Rätselfoto entstand zu einer Zeit, als das Gebäude schon jahrelang leer gestanden hatte, so der Milmersdorfer Klaus Preuß. „Dementsprechend sah es auch aus. Immer, wenn man dort vorbeigefahren ist, hat man sich gedacht: Hoffentlich wird es bald wieder genutzt“, meinte er. 2018 war es dann so weit. Der Umbau des Hauses begann. Zunächst wurden die Nebengebäude abgerissen. Die Lychener konnten verfolgen, wie aus den Resten des alten „Ratseck“ ein modernes Gebäude entstand.
Moderne Nutzung als Seniorenwohnanlage
Heute beherbergt das Haus zehn Appartements für eine Seniorenwohngemeinschaft mit angeschlossener Sozialstation. Unter dem Dach befindet sich ein Multifunktionsraum. Das gesamte Projekt der Stadt Lychen kostete rund zwei Millionen Euro. Finanziert wurde es mit Mitteln aus dem Bund-Länder-Programm „Kleinere Städte und überörtliche Zusammenarbeit“ sowie aus dem Leader-Programm der EU. Der städtische Eigenanteil belief sich auf rund 600.000 Euro. Im Herbst 2020 zog die Touristinformation Lychen in das Gebäude ein. 2021 wurde das „Ratseck“ offiziell seiner Bestimmung übergeben.
Weitere richtige Lösungen
Neben den genannten Lesern lagen auch Ilse Krüger, Klaus Behm und Ute Schröder, alle aus Templin, Sybille Lipski aus Kreuzkrug sowie Christine Kramersmeyer und Rolf Prütz aus Beutel mit ihrem Tipp richtig. Die Serie „Historischer Guckkasten“ lebt von solchen Erinnerungen und Geschichten, die die Vergangenheit lebendig halten.



