Rentner verursacht Unfallserie in Brandenburg – Sonnenblendung als fragwürdige Ausrede
Ein 72-jähriger Autofahrer hat am Wochenende im Norden Brandenburgs eine Reihe von Verkehrsunfällen verursacht, ist anschließend geflohen und hat schließlich seinen Führerschein verloren. Dabei wurde eine andere Autofahrerin schwer verletzt, wie ein Polizeisprecher am Montag in Wittstock mitteilte. Die Ereignisse sorgten für erhebliche Aufregung in der Region.
Zusammenstoß am Zebrastreifen mit schweren Folgen
Nach den bisherigen Ermittlungen soll die tiefstehende Nachmittagssonne den 72-Jährigen am Samstag so stark geblendet haben, dass er mit seinem Mitsubishi auf das Auto einer 34-jährigen Frau von hinten auffuhr. Die Frau hatte ihren VW an einem Zebrastreifen angehalten, um Fußgängern das Überqueren zu ermöglichen. Durch den Aufprall erlitt sie schwere Verletzungen und musste in eine Klinik eingeliefert werden.
Statt Hilfe zu leisten, setzte der Rentner seine Fahrt mit dem bereits beschädigten Fahrzeug fort, ohne sich um die verletzte Autofahrerin zu kümmern. Diese Flucht endete jedoch nicht lange darauf.
Weitere Unfälle und schließlich das Ende der Fahrt
Nur einen halben Kilometer weiter übersah der Pensionär eine Verkehrsinsel auf der Straße nach Kyritz und fuhr ein Verkehrsschild mitsamt der Stange um. Anschließend raste er geradeaus über einen Kreisverkehr, was den Zustand seines Wagens weiter verschlechterte. Das Fahrzeug war inzwischen so stark beschädigt, dass es wenige Meter später endgültig liegenblieb und nicht mehr fahrbereit war.
Polizei stellt Alkohol im Spiel fest
Die Polizei holte den Mann schnell ein. Bei der Unfallaufnahme gab der Rentner an, ausschließlich von der Sonne geblendet gewesen zu sein. Den Beamten fiel jedoch ein deutlicher Alkoholgeruch auf, der zu weiteren Tests führte. Ein Atemalkoholtest ergab einen Wert von 0,5 Promille, was den Verdacht auf Fahruntüchtigkeit erhärtete.
Der Mann wurde zur Blutprobenentnahme mitgenommen und musste den Autoschlüssel sowie seinen Führerschein bei der Polizei abgeben. Damit ist er vorerst seinen Führerschein los, während die Ermittlungen zu den genauen Umständen weiterlaufen.
Gesundheitliche und materielle Folgen
Der 72-Jährige blieb bei den Unfällen selbst unverletzt, wurde jedoch aufgrund seines Gesundheitszustands vorsorglich in einem Krankenhaus behalten. Beide beteiligten Fahrzeuge, der Mitsubishi des Rentners und der VW der verletzten Frau, mussten abgeschleppt werden. Der Gesamtschaden durch die Kollisionen und die Beschädigungen wurde vorläufig auf rund 17.000 Euro geschätzt, wobei endgültige Zahlen noch ausstehen.
Die Polizei betont, dass die angebliche Sonnenblendung allein keine ausreichende Erklärung für das Fehlverhalten darstellt, insbesondere angesichts des Alkoholkonsums und der Flucht. Der Fall unterstreicht die Bedeutung von verantwortungsvollem Fahren, unabhängig von äußeren Bedingungen.



