Massive Schülerproteste in Brandenburg gegen Wehrdienstgesetz
In mehreren Städten Brandenburgs sind am Mittwoch Hunderte Schülerinnen und Schüler auf die Straße gegangen, um gegen das neue Wehrdienstgesetz zu demonstrieren. Die Jugendlichen versammelten sich in Potsdam, Cottbus, Brandenburg an der Havel, Falkensee und Neuruppin, um ihren Unmut über die geplante verpflichtende Musterung und mögliche Wehrpflicht deutlich zu machen.
„Runter mit der Rüstung – hoch mit der Bildung“
Unter lautstarken Parolen wie „Runter mit der Rüstung – hoch mit der Bildung“ und „Nie wieder Wehrpflicht“ zogen die Demonstrationszüge entlang mehrerer Schulen durch die Innenstädte. Die Polizei musste aufgrund der großen Teilnehmerzahlen mehrere Straßen sperren, was zu erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen führte. Die Proteste waren Teil einer bundesweiten Aktion des Bündnisses „Schulstreik gegen Wehrpflicht“, das bereits im Dezember 2025 zu ähnlichen Demonstrationen aufgerufen hatte.
Politische Unterstützung und Kritik
Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) unterstützt die Proteste ausdrücklich und bietet Beratung für Kriegsdienstverweigerer an. Die brandenburgische Jugendorganisation der Partei kritisierte das Wehrdienstgesetz scharf und bezeichnete es als „Wehrpflicht durch die Hintertür“. Seit Anfang des Jahres ist das Gesetz in Kraft, das alle Männer und Frauen, die ab dem 1. Januar volljährig werden, verpflichtet, einen Fragebogen zur Eignung und Motivation für die Bundeswehr auszufüllen. Die ersten Fragebögen wurden bereits Mitte Januar verschickt.
Hintergrund des neuen Wehrdienstgesetzes
Der aktuelle Wehrdienst bleibt zwar formal freiwillig, doch das Gesetz sieht eine verpflichtende Musterung für Männer vor. Sollten sich nicht genügend Freiwillige finden, kann über eine Reaktivierung der Wehrpflicht entschieden werden, die 2011 ausgesetzt worden war. Deutschland reagiert mit dieser Maßnahme auf die veränderte Sicherheitslage durch die Bedrohung durch Russland und die angepassten Nato-Ziele. Ziel ist es, die aktive Truppe der Bundeswehr deutlich zu vergrößern und die Verteidigungsfähigkeit des Landes zu stärken.
Bundesweite Resonanz und historischer Kontext
Die Proteste in Brandenburg sind Teil einer größeren Bewegung, die sich gegen die Militarisierung der Jugend richtet. Viele Schülerinnen und Schüler befürchten, dass ihre Bildungs- und Zukunftschancen durch eine mögliche Wehrpflicht beeinträchtigt werden könnten. Die Demonstrationen zeigen, dass das Thema Wehrdienst in der jungen Generation auf breite Ablehnung stößt und zu kontroversen Diskussionen über die Zukunft der deutschen Sicherheitspolitik führt.



