Brandenburgs Kassenärzte starten Schülerwettbewerb zur HPV-Impfung für mehr Aufklärung
Schülerwettbewerb zur HPV-Impfung in Brandenburg gestartet

Brandenburgs Kassenärzte starten Schülerwettbewerb zur HPV-Impfung für mehr Aufklärung

In Brandenburg haben die Kassenärzte gemeinsam mit weiteren Medizinern einen innovativen Schülerwettbewerb ins Leben gerufen, um die Impfung gegen krebsauslösende Humane Papillomviren (HPV) entscheidend voranzutreiben. Unter dem Motto „Die Impfchecker“ sind Schülerinnen und Schüler aller Schulformen aufgerufen, sich intensiv mit der Bedeutung von Impfungen auseinanderzusetzen und Gleichaltrige durch kreative Formate wie Podcasts und Videos über die Wichtigkeit der HPV-Impfung aufzuklären.

Hintergrund und Ziele des Wettbewerbs

Die Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB), die Lübbenauer Urologin Catrin Steiniger, betont die Dringlichkeit dieser Initiative: „Acht von zehn Menschen infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit HPV-Viren.“ Diese Viren sind nicht nur Auslöser nahezu aller bekannten Fälle von Gebärmutterhalskrebs, sondern können auch Krebs in der Genitalregion, im Mund-Rachen-Raum und im Analbereich verursachen. Seit 2007 steht eine wirksame Impfung zur Verfügung, die seit ihrer Aufnahme in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen nach Angaben der Barmer die Zahl der Neuerkrankungen an Gebärmutterhalskrebs halbiert hat.

Dennoch liegt die Impfquote in Deutschland bundesweit nur bei 55 Prozent, was Steiniger als „viel zu wenig“ bezeichnet. Im Vergleich dazu erreichen Island und Norwegen Quoten von 96 bzw. 93 Prozent. Mit dem Wettbewerb, der auch vom Potsdamer Bildungsministerium durch die Bereitstellung von Materialien unterstützt wird, soll die Aufklärung über die Impfung in Brandenburg verbessert werden. „Da haben wir in Brandenburg noch Defizite“, sagt Steiniger und verweist darauf, dass nicht alle Schulen regelmäßigen Präventions- oder Gesundheitsunterricht anbieten.

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Preisgelder und Teilnahmebedingungen

Fünf Krankenkassen – die AOK Nordost, die Barmer, die Techniker Krankenkasse, die IKK BB und die „MKK – Meine Krankenkasse“ – stellen ein Preisgeld von insgesamt 5.000 Euro zur Verfügung. Dieses wird in drei Kategorien ausgelobt:

  • Klassenstufen 1 bis 6
  • Klassenstufen 7 bis 10
  • Klassenstufen 11 bis 13

Zusätzlich wird ein mit 500 Euro dotierter Publikumspreis vergeben, um die breite Beteiligung zu fördern. Der Wettbewerb zielt darauf ab, junge Menschen aktiv in die Gesundheitsaufklärung einzubeziehen und so langfristig die Impfquoten zu steigern.

Aktuelle Impfquoten und Herausforderungen in Brandenburg

Laut Kai Fortelka, Sprecher der Barmer Ersatzkasse, erreicht Brandenburg bei Mädchen und jungen Frauen eine Impfquote von 71,5 Prozent, während sie bei Jungen nur 24,8 Prozent beträgt. Damit liegt das Bundesland bundesweit auf Platz drei, doch Fortelka mahnt: „Zwei Drittel der Jungen und ein Drittel der Mädchen sind weiter nicht gegen HPV geimpft.“ Als Hauptgründe nennt er mangelndes Wissen über Risiken und Nutzen, unbegründete Ängste vor Nebenwirkungen, fehlende feste Impftermine sowie unzureichende Erinnerungssysteme.

Unterstützung durch medizinische Experten

Eröffnet wurde die Kampagne in der Praxis des Potsdamer Kinderarztes Steven Rohbeck, der bereits seit 15 Jahren gegen HPV impft. Rohbeck unterstreicht die Wirksamkeit der Impfung: „Wir haben mit der HPV-Impfung ein ganz, ganz tolles Mittel, und die Studien in den letzten 15 Jahren zeigen und beweisen mittlerweile auch den Rückgang von bösartigen Erkrankungen.“ Die Impfung sei gut verträglich und habe kaum Nebenwirkungen. Aus seiner Sicht sollte sie an Vorsorgeuntersuchungen im Kindesalter gekoppelt werden, da sie bereits ab dem neunten Lebensjahr zugelassen ist. „Wir sollten die Impfung, so wie die Tetanus-Impfung, zu einer Selbstverständlichkeit in unserer Prävention machen.“

Insgesamt soll der Schülerwettbewerb nicht nur die Wissensvermittlung fördern, sondern auch dazu beitragen, die HPV-Impfung als festen Bestandteil der Gesundheitsvorsorge in Brandenburg zu etablieren und so langfristig Krebserkrankungen zu reduzieren.

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