SPD-Länderchefs fordern Sonder-MPK zur Bewältigung der Energiekrise
Die Ministerpräsidenten der SPD-geführten Bundesländer haben sich mit einem gemeinsamen Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz gewandt und fordern eine Sonder-Ministerpräsidentenkonferenz zur Energiesicherheit. Angesichts der seit Wochen stark steigenden Kraftstoffpreise und drohender Versorgungsengpässe bei verschiedenen Gütern sehen sie dringenden Handlungsbedarf auf politischer Spitzenebene.
Konkrete Forderungen und historische Vorbilder
In dem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, betonen die SPD-Regierungschefs die Notwendigkeit von Abstimmungen zu grundsätzlichen Fragen der Energiesicherheit, der Energiepreise und der Strukturen. Sie verweisen auf positive Erfahrungen aus der Corona-Pandemie, als regelmäßige Sondertreffen zwischen Bundesregierung und Ländern etabliert wurden.
Besonders hervorgehoben wird die erfolgreiche Zusammenarbeit während der Energiekrise nach Beginn des Kriegs in der Ukraine. Damals wurden gesonderte Krisenstrukturen geschaffen, darunter:
- Das Krisenteam Gasversorgung
- Die AG Krisenvorsorge Strom
- Den Bund-Länderausschuss Mineralölwirtschaft/Erdölbevorratung
Unterzeichner und politische Dimension
Den Brief unterzeichneten die SPD-Regierungschefs Alexander Schweitzer aus Rheinland-Pfalz, Dietmar Woidke aus Brandenburg, Andreas Bovenschulte aus Bremen, Peter Tschentscher aus Hamburg, Manuela Schwesig aus Mecklenburg-Vorpommern, Olaf Lies aus Niedersachsen und Anke Rehlinger aus Saarland. Das Schreiben ging neben Bundeskanzler Merz auch an Finanzminister Lars Klingbeil und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche.
Die Ministerpräsidenten bitten Merz ausdrücklich, die Koordinierung für eine Sonder-MPK zu übernehmen und signalisieren ihre Bereitschaft, sich prioritär danach zu richten, um schnellstmöglich zusammenzukommen. Diese Initiative zeigt die wachsende Besorgnis der Länder über die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der anhaltenden Energiekrise.
Hintergrund und aktuelle Entwicklungen
Die Forderung nach einer Sonder-MPK kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Energiepreise weiterhin auf hohem Niveau verharren und die Versorgungssicherheit infrage steht. Die SPD-Länderchefs argumentieren, dass die bewährten Strukturen aus früheren Krisen jetzt erneut aktiviert werden sollten, um koordinierte Lösungen zu finden.
Die aktuelle Situation erfordere nach Ansicht der Unterzeichner ein abgestimmtes Vorgehen von Bund und Ländern, um sowohl kurzfristige Entlastungen für Verbraucher und Unternehmen als auch langfristige Strategien für eine stabile Energieversorgung zu entwickeln.



