Stasi-Bunker in Gosen öffnet nach Winterpause für historische Führungen
Der ehemalige Stasi-Bunker in Gosen-Neu Zittau in Brandenburg, unmittelbar an der südöstlichen Stadtgrenze zu Berlin gelegen, öffnet nach der Winterpause wieder seine Türen für interessierte Besucher. Diese einst streng geheime Anlage, die während des Kalten Krieges eine zentrale Rolle für die DDR-Auslandsspionage spielte, kann ab dem 25. April im Rahmen von Führungen besichtigt werden. Der Verein Bunker-Dokumentationsstätten kündigte den Start der achten Saison mit zunächst fünf Terminen an, wie Jörg Diester vom Verein erläuterte.
Einblicke in die geheime Welt der Stasi
Der Bunker wurde 1984 für den legendären Spionagechef Markus Wolf errichtet und diente der Hauptverwaltung Aufklärung des Ministeriums für Staatssicherheit als sogenannte „Ausweichführungsstelle“. In Krisenfällen sollte hier die Koordinierung der Auslandsspionage erfolgen. Heute bietet das Museum faszinierende Einblicke in diese verborgenen Kapitel der deutschen Geschichte. Im 75. Gründungsjahr der DDR-Auslandsspionage präsentiert der Verein nicht nur den Schutzbau selbst, sondern auch Geheimakten, die von Zwangsverkäufen von Grundstücken und dem kreativen Widerstand einiger Anwohner berichten. Interessanterweise verzögerten besondere Luxuswünsche den Bau und trieben die Kosten auf etwa zehn Millionen Ost-Mark.
Öffnungszeiten und Besucherinformationen
Die Anlage bleibt bis Ende November geöffnet, mit zusätzlichen Führungsterminen in den Sommermonaten an sechs weiteren Tagen sowie weiteren Angeboten im Oktober und November, bevor der Winterbetrieb ruht. Es wird empfohlen, sich vorab über das Internet anzumelden. Seit der Öffnung als Lernort für Geschichte im Jahr 2019 haben bereits rund 3.500 Menschen den einst höchst geheimen Bauwerk unter der Erde besucht. Allein in der vergangenen Saison kamen mehr als 480 Besucher an acht Veranstaltungswochenenden, was das wachsende Interesse an dieser historischen Stätte unterstreicht.
Nach dem Ende der DDR stand der Bunker viele Jahre leer, bis er zu einem bedeutenden Ort der Aufarbeitung wurde. Die Führungen ermöglichen es, die komplexe Geschichte des Kalten Krieges und die Methoden der Stasi hautnah zu erleben. Für Geschichtsinteressierte und alle, die mehr über die dunklen Seiten der DDR-Vergangenheit erfahren möchten, ist dies eine einzigartige Gelegenheit.



