Unheimlicher Fund im Oberbach: Vier tote Riesenfische lassen Vater und Sohn erschaudern
Neubrandenburg • Ein idyllischer Spaziergang am Oberbach in Neubrandenburg nahm für einen Vater und seinen Sohn eine unerwartete und beunruhigende Wendung. Was als entspannte Entdeckungstour in der Natur begann, endete mit einem Anblick, der Fragen aufwirft und zum Nachdenken anregt.
„Papa, schau mal!“ - Die unheimliche Entdeckung
„Papa, schau mal!“, hallt es plötzlich über den Oberbach. Der aufgeregte Ruf des Sohnes lässt den Vater sofort aufhorchen. Schnellen Schrittes eilt er zum Ufer des Gewässers in der Nähe der großen Brücke. Was er dort erblickt, lässt ihn innehalten: Vier große helle Flecken am Grund des Bachs, vier weiße Kolosse, vier riesige tote Fische.
„Wie kommen die da hin? Sind sie verendet? Handelt es sich um Überbleibsel aus dem eisigen Winter, von der dicken Eisschicht, die sich über den Tollensesee und den Oberbach zog?“, fragt sich der Vater sofort. Die Fische liegen direkt nebeneinander, ein ungewöhnlicher und beunruhigender Anblick.
Die rätselhafte Herkunft der toten Fische
Laut einem ortskundigen Angler und offizieller Auskunft der Stadt Neubrandenburg handelt es sich bei den aufgefundenen Fischen vermutlich um Zander, die an dieser Stelle abgelegt wurden. Zander sind gesellige Raubfische, die besonders in kleinen Gruppen oder lockeren Schwärmen jagen. Theoretisch könnten sie gemeinsam eingefroren sein.
Doch der Vater hat berechtigte Zweifel: „Wahrscheinlicher ist doch, dass jemand mutwillig vier dicke Fische gefangen, sie getötet und dann wieder zurück ins Wasser geworfen hat“, vermutet er. Solch ein Verhalten wäre nicht nur Tierquälerei, sondern auch negativ prägend für das Stadtbild und die Umwelt.
Gleichgültigkeit der Behörden sorgt für Unbehagen
Noch mehr als der Fund selbst stört den Vater die Reaktion der zuständigen Stellen. Offizielle Stellungnahmen klingen nach Achselzucken: Es gehe „nach aktuellem Kenntnisstand keine Gefahr aus“, es seien „keine weiteren Maßnahmen vorgesehen“ und man gehe davon aus, dass sich „der natürliche Abbauprozess durch die Tierwelt vollzieht“.
Für die Entsorgung ist – typisch deutsch – natürlich jemand anderes zuständig, in diesem Fall das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mecklenburgische Seenplatte. „Mir ist klar, dass die Stadt nicht viel mehr machen kann. Aber das klingt nach Gleichgültigkeit“, kritisiert der Vater.
Kein Einzelfall: Ähnliche Vorfälle in der Vergangenheit
Dies ist nicht der erste derartige Vorfall in der Region. Bereits mitten im Winter lagen bis zu 20 verendete Kormorane zwischen Vierrademühle und Tollensesee quer über dem Eis verteilt. Auch damals schien sich niemand wirklich um die Beseitigung der Kadaver zu kümmern, wie viele Rückmeldungen von Bürgern bestätigten.
Der Vater fordert ein Umdenken: „Was auffällt und die Menschen vor Ort bewegt, darf die Zuständigen animieren zu handeln“. Eine Mutmaßung sei erlaubt, solange niemand rechtskräftig verurteilt worden ist, aber nicht, wenn durch Untersuchungen von Kadavern Fakten geschaffen und zumindest optische Probleme beseitigt werden könnten.
Persönliche Betroffenheit eines Rückkehrers
In seiner Rückkehrer-Kolumne „Ich bin wieder hier“ schreibt der Autor über das, was ihm in Stadt und Region auffällt. Nach 20 Jahren durch Deutschland – mit Stationen in Marburg, Tübingen, Düsseldorf und Berlin – kehrte er bewusst zu seinen Wurzeln zurück. Über sein neues altes Leben, die Menschen und örtliche Hilfsangebote berichtet er regelmäßig.
Dieser Vorfall zeigt jedoch eine weniger schöne Seite der Heimat: „Wir sind auf jeden Fall ganz schön erschrocken und dampfen ab“, gesteht der Vater. Zumindest die gegenüberliegende Baustelle der kleinen Brücke über den Ölmühlenbach weiß abzulenken – ein schwacher Trost angesichts des unheimlichen Fundes.
Die Geschichte hinterlässt nicht nur bei Vater und Sohn ein unbehagliches Gefühl, sondern wirft grundsätzliche Fragen zum Umgang mit Umweltproblemen und der Verantwortung von Behörden auf.



