Berliner Clubs KitKat und Insomnia: Instagram-Sperrung trotz grüner Haken - Anwälte eingeschaltet
Berliner Clubs gesperrt: Anwälte kämpfen gegen Instagram-Bann

Berliner Nachtleben in der Krise: Instagram sperrt legendäre Clubs ohne Vorwarnung

Mitten im März traf es die Berliner Clubszene völlig unerwartet: Die Social-Media-Plattform Instagram sperrte die Accounts der beiden bekannten, sex-positiven Clubs „KitKat“ und „Insomnia“. Die Löschung erfolgte ohne jede Vorankündigung und hat die Betreiber in existenzielle Schwierigkeiten gebracht. Beide Einrichtungen haben mittlerweile rechtliche Schritte eingeleitet und Anwälte mit der Sache beauftragt.

Grüne Haken bieten keinen Schutz vor willkürlicher Sperrung

Besonders unverständlich für die Club-Betreiber ist der Umstand, dass beide Instagram-Profile zum Zeitpunkt der Sperrung über drei grüne Verifizierungshaken verfügten. „Aus unserer Sicht gab es keinerlei Hinweise darauf, dass eine Sperrung unmittelbar bevorstand“, erklärt Dominique, die Chefin des Insomnia-Clubs. Die grünen Haken, normalerweise ein Zeichen für vertrauenswürdige und regelkonforme Accounts, boten in diesem Fall keinerlei Schutz.

Die Sperrung traf die Clubs in zweifacher Hinsicht: Zunächst verschwand Mitte März der erste Insomnia-Account mit etwa 25.000 Followern. Nur eine Woche später folgte der zweite Account mit mehr als 12.000 Abonnenten. Beide Löschungen erfolgten, ohne dass Meta den Betreibern eine angemessene Kontaktmöglichkeit oder Erklärung bot.

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Existenzielle Bedrohung für Berliner Clubkultur

Für das Insomnia war Instagram weit mehr als nur ein zusätzlicher Kommunikationskanal. „Unser Instagram-Auftritt war ein zentraler geschäftlicher Kommunikationskanal“, betont Dominique. Die Plattform diente nicht nur der Veranstaltungsankündigung und Community-Pflege, sondern war essentiell für den Ticketverkauf und die Gästeinformation. Die plötzliche Sperrung stellt daher eine ernsthafte Bedrohung für den Fortbestand des Clubs dar.

Beide Betreiber versichern, sich stets streng an die Community-Richtlinien von Meta gehalten zu haben. Das Insomnia unterhält nach eigenen Angaben eine besonders strikte Bilder-Policy, bei der Brüste und Genitalien konsequent bedeckt bleiben. Dennoch wurden die Accounts ohne konkrete Begründung gelöscht.

Rechtlicher Widerstand und unterschiedliche Entwicklungen

Die Clubs haben unterschiedliche Strategien im Umgang mit der Sperrung entwickelt. Während der KitKatClub nach intensiven Bemühungen seit dem 1. April wieder auf Instagram vertreten ist, kämpft das Insomnia weiter um die Wiederherstellung seines Accounts. Die Kommunikation mit Meta gestaltet sich nach Angaben der Betreiber äußerst schwierig und intransparent.

„Wir werden uns gegen dieses Vorgehen zur Wehr setzen“, erklärt Dominique entschlossen. Das Insomnia hat nicht nur anwaltliche Unterstützung eingeschaltet, sondern sich auch mit der Nichtregierungsorganisation „reprouncensored“ vernetzt. Erste Hinweise deuten darauf hin, dass ähnliche Accounts in ganz Europa aktuell mit vergleichbaren Problemen konfrontiert sind.

Meta bleibt stumm - Berliner Clubszene solidarisiert sich

Eine Anfrage der Bild-Zeitung zu den konkreten Gründen der Sperrung blieb bislang unbeantwortet. Die Intransparenz des Vorgehens und die fehlende Kommunikation seitens Meta sorgen in der Berliner Clubszene für massive Verunsicherung. Viele Veranstalter fürchten nun, dass ähnliche willkürliche Sperrungen auch andere etablierte Einrichtungen treffen könnten.

Die Sperrung der beiden bekannten Clubs zeigt einmal mehr die Abhängigkeit der Kulturbetriebe von privaten Social-Media-Plattformen. Während der KitKatClub vorerst einen Teilerfolg verbuchen kann, steht das Insomnia weiterhin vor ungelösten Problemen. Die Berliner Clubkultur, traditionell bekannt für ihre sex-positive und liberale Ausrichtung, sieht sich durch solche Maßnahmen in ihrer Existenz bedroht.

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