Wasserschutzpolizei Brandenburg startet in die Saison: Kontrollen und Sicherheitstipps
Mit dem Frühlingsbeginn und dem Start der Wassersportsaison in Brandenburg beginnt für die Wasserschutzpolizei in Westbrandenburg eine besonders arbeitsintensive Phase. Die Beamten werden in den kommenden Monaten verstärkt auf Flüssen und Seen präsent sein, um die Sicherheit aller Wassersportler zu gewährleisten. Neben routinemäßigen Kontrollen stehen auch präventive Maßnahmen gegen Diebstahl im Fokus der Polizeiarbeit.
Unfallstatistik zeigt gemischtes Bild
Die Bilanz des vergangenen Jahres weist für Westbrandenburg eine leicht positive Entwicklung auf. Im Jahr 2025 registrierte die Polizeidirektion West insgesamt 77 Schiffsunfälle auf den Gewässern der Region. Davon entfielen 65 Unfälle auf den Bereich der Sportschifffahrt, während zwölf Vorfälle die Berufsschifffahrt betrafen. Im Vergleich zum Vorjahr 2024, als sich 89 Schiffsunfälle ereigneten, zeigt sich somit ein leichter Rückgang.
Trotz dieser Entwicklung bleiben schwere Unfälle mit tragischen Folgen ein ernstes Thema. Drei Menschen verloren im vergangenen Jahr bei Schiffsunfällen ihr Leben, zwei weitere Personen erlitten Verletzungen. Diese Zahlen unterstreichen die Notwendigkeit erhöhter Wachsamkeit und präventiver Maßnahmen.
Häufige Unfallursachen und polizeiliche Maßnahmen
Laut Polizeiangaben stellen Manövrierfehler die häufigste Ursache für Schiffsunfälle dar. „Viele Wassersportler kennen ihr Boot nicht ausreichend und verfügen über zu wenig Erfahrung sowie unzureichende Streckenvorbereitung, bevor sie sich aufs Wasser begeben“, erklärt die Polizei. Diese mangelnde Vorbereitung führt oft zu gefährlichen Situationen.
Die Wasserschutzpolizei kündigt daher verstärkte Kontrollen an, die sich insbesondere auf folgende Bereiche konzentrieren:
- Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzungen
- Alkohol- und Drogenkontrollen bei Bootsführern
- Überprüfung der Fahrtauglichkeit und Ausrüstung
Die Beamten der Wasserschutzpolizei Westbrandenburg sind von ihren Standorten in Potsdam und Brandenburg an der Havel aus für fast 300 Kilometer Bundeswasserstraßen und weitere Gewässer zuständig.
Alkoholgrenzwerte und Sicherheitsregeln auf dem Wasser
Ähnlich wie im Straßenverkehr gelten auf allen Gewässern strenge Alkoholgrenzwerte. Die 0,5-Promille-Grenze markiert den absoluten Höchstwert für Schiffsführer. Bereits ab 0,3 Promille kann bei erkennbaren Ausfallerscheinungen oder Fahrunsicherheit eine Strafanzeige erfolgen. Ab einem Blutalkoholwert von 1,1 Promille gilt eine Person als absolut fahruntüchtig – analog zur Straßenverkehrsordnung.
Wichtig zu wissen: Diese Grenzwerte gelten nicht nur für klassische Bootsführer, sondern ebenso für Ruderer, Kanufahrer und Stand-up-Paddler. Jeder, der ein Wasserfahrzeug führt, unterliegt diesen Bestimmungen.
Neben Alkohol stellt auch überhöhte Geschwindigkeit ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. „Gerade der Sog- und Wellenschlag erzeugt gefährliche Situationen für Schwimmer und auch für kleinere Wasserfahrzeuge“, warnt die Polizei nachdrücklich.
Diebstahlschutz für Boote und Motoren
Neben der Verkehrssicherheit widmet sich die Polizei auch dem Schutz vor Diebstahl. Bootseigentümern werden verschiedene Maßnahmen empfohlen, um ihre Außenbordmotoren zu sichern:
- GPS-Tracker: Diese haben sich laut Polizei bewährt und senden bei einem Diebstahl ein Standortsignal an den Eigentümer.
- Abmontieren: Kleinere Motoren sollten nach jeder Fahrt abgenommen und sicher verwahrt werden.
- Gravierung: Die Polizei bietet eine Kennzeichnung von Motoren an, die sowohl der Wiederauffindung dient als auch potenzielle Diebe abschreckt.
Konkrete Termine für die kostenlose Kennzeichnung von Bootsmotoren:
- 18. April auf dem Gelände der Polizeiinspektion in Brandenburg an der Havel
- 19. April bei der Wasserschutzpolizei in Potsdam
Die Wasserschutzpolizei Brandenburg appelliert an alle Wassersportler, verantwortungsvoll zu handeln und die Sicherheitsregeln zu beachten. Nur so kann die kommende Saison unfallfrei und erfreulich für alle Beteiligten verlaufen.



