Hoher Besuch in Wittenberge: Ministerpräsident Woidke informiert sich über Landesgartenschau 2027
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat am Freitag die Elbestadt Wittenberge besucht, um sich über die Vorbereitungen für die Landesgartenschau 2027 zu informieren. Der Regierungschef zeigte sich tief beeindruckt von den Entwicklungen und lobte den Gemeinsinn der Stadtgesellschaft.
Woidke: Neues Selbstbewusstsein und bürgerliches Engagement
„Nachdem ich mir vieles angeschaut habe, ist mir eines klar geworden: Dass die Laga in einer Stadt stattfindet, die diese Landesgartenschau als Teil ihrer Entwicklung versteht“, betonte Woidke. In Wittenberge gebe es einen großen Gemeinsinn, der von Stadtverordneten, Bürgermeister, Unternehmern und engagierten Bürgern getragen werde. „Dieses Engagement hat längst Früchte getragen“, so der Ministerpräsident.
„Aber diese Landesgartenschau wird nochmals nach außen zeigen, dass hier wieder neues Selbstbewusstsein gewachsen ist und bürgerliches Engagement ganz großgeschrieben wird.“ Die Menschen seien wieder stolz auf ihre Heimatstadt. „Mit diesem Geist des Zusammenhalts und einer starken Stadtgesellschaft wird Wittenberge auch die kommenden Herausforderungen bestehen. Die Landesgartenschau wird ein großer Erfolg für Wittenberge, aber sie wird auch ein großer Erfolg für das Land Brandenburg“, zeigte er sich überzeugt.
Bürgermeister Hermann: Laga als Durchbruch für die Stadt
„Es ist das erklärte Ziel, dass die Landesgartenschau der Durchbruch für Wittenberge sein soll“, betonte auch Bürgermeister Oliver Hermann (parteilos). „Wir brauchen nach wie vor Impulse, um in die Zukunft zu kommen.“ Die Stadt habe sich stabilisiert, aber die Entwicklung sei noch fragil. Die Laga sei jedoch nicht nur ein Beitrag zur Stadtentwicklung, sondern auch das „größte Sommerfest zwischen Hamburg und Berlin“ mit rund 1000 geplanten Veranstaltungen.
Besichtigung des renovierten Bahnhofsgebäudes
Woidke hatte sich knapp vier Stunden Zeit genommen, um die Entwicklung der Elbestadt zu besichtigen. Der Besuch begann am Bahnhof, wo das historische Empfangsgebäude, das größtenteils im 19. Jahrhundert errichtet wurde, gerade frisch renoviert wurde. Mit dem Jobcenter zieht aktuell der erste Mieter ein, der am Montag seine Arbeit aufnimmt. Das Technologie- und Gewerbezentrum Prignitz folgt in Kürze mit einem Coworking-Space für Digitalarbeiter.
Auch die bundesweit tätige Kleinstadtakademie und die Deutsche Gesellschaft für zerstörungsfreie Prüfung folgen als weitere Mieter. Im früheren Mitropa-Saal entsteht ein Warte- und Aufenthaltsbereich unter anderem mit einer Gastronomie, die von der Feldküche Wittenberge betrieben wird.
Innovationsquartier auf dem Külzberg
Zu den Landesgartenschau-Projekten, die Woidke besichtigte, gehörte zunächst das Innovationsquartier auf dem Külzberg. Ein Plattenbau aus DDR-Zeiten wird hier zu einem Ort für zeitgemäßes Wohnen umgestaltet, der Modellcharakter für andere Umbauten haben soll. Zugleich will die Stadt die angrenzende Brachfläche, die durch den Abriss zweier Wohnblöcke entstanden ist, naturnah gestalten.
Ministerpräsident Dietmar Woidke beteiligte sich persönlich an der Stadtbegrünung: Zusammen mit dem Geschäftsführer der Wohnungsgenossenschaft Elbstrom, Marcel Elverich, pflanzte er eine Linde im künftigen Innovationsquartier auf dem Külzberg.
Wasserturm als Aussichtsplattform
Weiter ging es zum Wasserturm, der jahrelang nicht nutzbar war und jetzt zu einer Aussichtsplattform umgestaltet wird. Die angrenzende Trinkhalle, ebenfalls ein Leerstand, wird renoviert und zur Hauptgastronomie für die Laga umgestaltet. Wie Bauamtsleiter Martin Hahn erläuterte, musste das ab 1878 errichtete Gebäude allerdings aufwendiger umgestaltet werden als ursprünglich geplant.
Wittenberge von oben: Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke und Bürgermeister Oliver Hermann genossen schon den Ausblick vom Wasserturm, der künftig als Aussichtsplattform für Besucher offenstehen wird.
Grüne Lunge der Landesgartenschau
Sowohl der Stadtpark als auch der Clara-Zetkin-Park werden die „grüne Lunge“ der Landesgartenschau sein. Laut dem Geschäftsführer der Laga-Gesellschaft, Ernst Volkhardt, sind 3000 Quadratmeter Wechselflor geplant, ebenso ein über 200 Quadratmeter großes Prignitz-Beet, wo sich die Kommunen des Landkreises präsentieren werden. Rund 500.000 Besucher will Volkhardt damit nach Wittenberge locken, 8000 Karten seien bereits verkauft.
Laga wird wohl teurer als geplant
Laut Hahn sind für die Laga-Projekte insgesamt 25 Millionen Euro an Investitionen vorgesehen. Diese Summe werde sich nach aktuellem Stand um rund 450.000 bis 500.000 Euro erhöhen. Durch das Bauen im Bestand und aufgrund von Ausschreibungen hätten sich etwa beim Wasserturm und den Parks Mehrkosten ergeben. Man sei in Abstimmung mit dem Landesumweltministerium, um die Mehrkosten zu stemmen. Etwa 250.000 Euro sollen über das Sondervermögen des Bundes abgedeckt werden.
Noch knapp ein Jahr bis zur Landesgartenschau: Die Laga in Wittenberge soll am 21. April 2027 ihre Tore öffnen. Zum Countdown hat Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke das frisch renovierte Bahnhofsgebäude sowie die Projekte zur Laga besichtigt und zeigte sich optimistisch für die Zukunft der Elbestadt.



