Bremen setzt bundesweites Pilotprojekt um: KI erhöht Sicherheit in Straßenbahnen
Bremen: KI erhöht Sicherheit in Straßenbahnen

Bundesweit einmaliges Pilotprojekt: KI als Sicherheitswächter in Bremens Straßenbahnen

In Bremen wird ein bundesweit einzigartiges Pilotprojekt umgesetzt, das die Sicherheit in Straßenbahnen durch Künstliche Intelligenz (KI) deutlich erhöhen soll. Das System erkennt aggressives und gefährliches Verhalten von Fahrgästen in Echtzeit und alarmiert umgehend das Fahrpersonal sowie die Leitstelle der Bremer Straßenbahn AG (BSAG).

Wie die innovative Technologie funktioniert

Die Technologie wurde von einem Bremer Start-up entwickelt und basiert auf einer ausgeklügelten Verarbeitungskette. Die Aufnahmen der Überwachungskameras in den Straßenbahnen werden kontinuierlich an einen eingebauten Rechner weitergeleitet. Noch bevor die eigentliche Analyse beginnt, verpixelt die KI automatisch die Gesichter aller Fahrgäste, um deren Anonymität zu wahren.

„Uns ist zunächst völlig egal, wer etwas tut“, betont Thorsten Harder vom Vorstand der BSAG. „Für uns steht im Vordergrund, was im Fahrzeug geschieht.“ Nach dieser Vorverarbeitung wertet die Künstliche Intelligenz die verpixelten Bilddaten aus und identifiziert potenzielle Konfliktsituationen wie Streitigkeiten zwischen Fahrgästen oder randalierende Personen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Sofortige Reaktionsmöglichkeiten für mehr Sicherheit

Sobald die KI eine kritische Situation erkennt, werden der Fahrer und die Leitstelle der BSAG unverzüglich informiert. Diese können dann anhand der übermittelten Bildinformationen sofort angemessen reagieren – im Ernstfall sogar Einsatzkräfte wie Polizei oder Sicherheitsdienst alarmieren. Dies ermöglicht eine deutlich schnellere Intervention als bisherige manuelle Meldesysteme.

Ausbaupläne und Datenschutzaspekte

Das Pilotprojekt startete bereits im April und zeigt erste Erfolge. Aktuell sind 15 Straßenbahnen mit der KI-Technologie ausgestattet. Bis zum Jahresende soll ein Drittel der gesamten Fahrzeugflotte mit dem System nachgerüstet werden. Langfristig plant die BSAG, alle Bremer Straßenbahnen und sogar Busse mit dieser innovativen Sicherheitstechnologie auszustatten.

Besonders wichtig war den Verantwortlichen die Einhaltung strenger Datenschutzstandards. Die BSAG betont, dass die Technik in enger Abstimmung mit dem Landesbeauftragten für Datenschutz entwickelt wurde. Neben der automatischen Verpixelung werden die Aufnahmen ausschließlich innerhalb des Fahrzeugs verarbeitet und nicht dauerhaft gespeichert.

Hintergrund: Sicherheitslage im Bremer Nahverkehr

Die Einführung der KI-Technologie erfolgt vor dem Hintergrund einer besorgniserregenden Sicherheitslage im Bremer Nahverkehr. Jährlich kommt es zu etwa 150 Streitigkeiten zwischen Fahrgästen. Die BSAG registriert darüber hinaus rund 90 verbale Übergriffe sowie 30 bis 40 körperliche Angriffe pro Jahr – darunter Faustschläge gegen Fahrerkabinen oder das Bespucken von Personal.

Bremens Verkehrssenatorin Özlem Ünsal (SPD) verwies bei der Vorstellung des Projekts auf die tragische Attacke auf einen Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz, die das Thema Sicherheit im Bahnverkehr besonders drastisch ins öffentliche Bewusstsein gerückt habe. „Die neue Technologie soll dazu beitragen, das Risiko solcher Angriffe zu minimieren und das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste nachhaltig zu verstärken“, erklärte die Senatorin.

Das Bremer Pilotprojekt könnte somit nicht nur die Sicherheit in der Hansestadt verbessern, sondern auch als Vorbild für andere Verkehrsbetriebe in ganz Deutschland dienen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration