Haspa-Marathon Hamburg: Samuel Fitwi greift nach 27 Jahren deutsches Treppchen an
Fitwi will deutsches Treppchen beim Haspa-Marathon

Der Haspa-Marathon in Hamburg feiert am Sonntag seinen 40. Geburtstag. Seit der Premiere am 25. Mai 1986 haben 430.000 Menschen beim größten deutschen Frühjahrsmarathon die Ziellinie unter dem Telemichel überquert. Der einzige deutsche Sieger in vier Jahrzehnten war Jörg Peter (70), der ehemalige DDR-Meister triumphierte 1990 und 1991. 1999 schaffte es Carsten Eich (56) als bislang letzter Deutscher auf Rang zwei – und damit aufs Treppchen. Das soll sich beim Jubiläumslauf ändern.

Fitwi will unter die ersten Drei

„Mein großes Ziel ist es, unter die ersten Drei zu kommen“, sagt Samuel Fitwi (30). Mit seiner Bestzeit von 2:04:56 Stunden ist der ehemalige Deutsche Rekordhalter aus der Eifel die Nummer drei der Eliteliste – hinter dem zweimaligen Hamburg-Sieger Bernard Koech (38/Kenia) und Gashau Ayale (29/Israel). „Ich bin optimistisch, dass ich persönliche Bestzeit laufe“, stellt Fitwi klar. „Aber auch wenn ich 2:05 Stunden laufe, bin ich sehr glücklich.“

Vom Flüchtling zum Spitzenläufer

Fitwi floh mit 17 vor dem Bürgerkrieg in Eritrea übers Mittelmeer und landete bei einer Pflegefamilie in der Eifel. Erst dort begann er mit dem Laufen. Parallel machte er eine Maler-Ausbildung und erhielt 2018 die deutsche Staatsbürgerschaft. Nun wagt er die deutsche Attacke aufs Treppchen – nach 27 Jahren.

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Höhentraining in Äthiopien

Um für seine ersten 42,195 Kilometer in Hamburg fit wie nie zu sein, wagte Fitwi etwas Neues: Er zog sich für 16 Wochen nach Äthiopien zurück, um auf 2500 Metern Höhe in einer Gruppe von Weltklasse-Läufern zu trainieren. „Ich mache sonst immer zwölf Wochen Vorbereitung. 16 sind eigentlich ein bisschen zu lang“, erzählt Fitwi. „Aber ich habe zwischendurch mal ein, zwei Wochen lockerer gemacht.“ Neu ist auch, dass er deutlich früher ins flache Land zurückkehrte – nämlich 18 Tage vor dem Rennen. „Ich habe mir gedacht, ich probiere es mal so. Wie der Körper reagiert, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.“

In Äthiopien trainierte Fitwi auch mit seinem Freund Haymanot Alew (28/Äthiopien), der vor zwei Jahren in Hamburg Zweiter wurde. „Er hat mir ein paar Tipps gegeben und gesagt, dass die Stimmung super war.“

Marathon als Olympia-Werbung

Genau das will die Stadt nutzen, um ihre Olympia-Bewerbung fürs Referendum am 31. Mai ins Laufen zu bekommen. „Der Marathon zeigt, was in Hamburg steckt“, sagt Innen- und Sportsenator Andy Grote (57). „Es ist immer ein Ausrufezeichen, ein Paukenschlag. Andere große Sportveranstaltungen wären froh, wenn sie so viele Zuschauer hätten, wie der Marathon Teilnehmende.“ Mit Halbmarathon, Staffel und dem Zehntel am Samstag sind beim Jubiläum 46.000 Menschen am Start – Rekord! Grote: „Der Marathon steht für ganz vieles, was wir in Hamburg besonders gut können und was wir in unser Konzept für die Olympia-Bewerbung aufgenommen haben. Nämlich diese besondere Verbindung zwischen Sporterlebnis und Stadterlebnis. Wir sind die schönste Stadt mit einem unglaublich begeisterten Sportpublikum.“

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