Hessen warnt vor Emirates-Flügen am Berliner Flughafen BER
Die hessische Landesregierung positioniert sich deutlich gegen mögliche Landerechte für die arabische Fluggesellschaft Emirates am Flughafen Berlin Brandenburg (BER). Während die Bundesregierung eine Ausweitung internationaler Flugverbindungen prüft, äußert Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) massive Bedenken.
Bedenken für die deutschen Luftfahrt-Drehkreuze
„Weitere Landerechte an Airlines aus den Vereinigten Arabischen Emiraten zu geben sehe ich mit großer Sorge“, erklärte Rhein gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Der Regierungschef betonte die Bedeutung leistungsfähiger Drehkreuze für den deutschen Luftverkehrsstandort.
Emirates darf derzeit maximal vier deutsche Flughäfen anfliegen: Frankfurt am Main, München, Düsseldorf und Hamburg. Eine Verlagerung eines dieser Standorte zugunsten von Berlin kommt für die Airline nicht infrage, was die Diskussion um zusätzliche Lizenzen am BER weiter anheizt.
Ökonomische und ökologische Argumente
Rhein verwies auf wirtschaftliche und ökologische Aspekte: „Langstreckenverbindungen lassen sich nur über leistungsfähige und starke Drehkreuze wie Frankfurt am Main und München ökonomisch und ökologisch nachhaltig und im Sinne des Standorts Deutschland umsetzen.“
Der Ministerpräsident erläuterte, dass profitable Langstreckenverbindungen entweder große Einzugsgebiete wie in London und Paris oder ausreichend Transferpassagiere benötigen – beides sei an den etablierten deutschen Drehkreuzflughäfen gegeben.
Warnung vor sinkender Konnektivität
„Mehr Drehkreuze führen nicht zu mehr, sondern zu weniger Konnektivität“, warnte Rhein nachdrücklich. Er forderte, alles zu vermeiden, was die zentralen Drehkreuze des deutschen Luftverkehrs schwächen könnte.
Diese Position teilt auch die Lufthansa, wichtigste Airline am Frankfurter Flughafen und direkter Wettbewerber von Emirates. Die deutsche Fluggesellschaft lehnt weitere Lizenzen für den Konkurrenten strikt ab.
Forderungen an die Bundesregierung
Rhein forderte zudem weitere Entlastungspakete für den Luftverkehr über das erste Maßnahmenpaket hinaus. „Wir müssen in Deutschland konsequent die Weichen stellen, um unseren Standort zu stärken und vom enormen Wachstum überall um uns herum zu profitieren.“
Konkret müssten die „politisch verordneten Standortkosten“ gesenkt werden, insbesondere die Luftverkehrssteuer, die Gebühren für die Flugsicherung und die Luftsicherheitsgebühren.
Bundesregierung prüft Möglichkeiten
Die Bundesregierung arbeitet laut einem Sprecher intensiv daran, die Möglichkeiten internationaler Flugverbindungen von und nach Deutschland zu erweitern. Eine endgültige Entscheidung in der Emirates-Frage steht noch aus.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte bei einer Reise durch die Golfregion kürzlich auch über Landerechte in den Vereinigten Arabischen Emiraten gesprochen. Die Diskussion um Emirates-Lizenzen am BER beschäftigt die deutsche Luftfahrtbranche seit Jahren und bleibt ein kontroverses Thema zwischen regionalen und bundespolitischen Interessen.



