30 Jahre Rettungshubschrauber Christoph 48: Ein Meilenstein für die Region
Der Rettungshubschrauber Christoph 48, stationiert in Neustrelitz, feiert in diesem Sommer ein bedeutendes Jubiläum: Seit dem 1. Juli 1996 ist er im Einsatz, zunächst unter der Bundeswehr und seit 20 Jahren unter der Trägerschaft der ADAC Luftrettung. Im Jahr 2025 absolvierte er 1.099 Einsätze in der Mecklenburgischen Seenplatte, was einen leichten Rückgang um 27 Einsätze im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Laut ADAC Luftrettung ist dies teilweise auf erweiterte Befugnisse der bodengebundenen Notfallkräfte zurückzuführen.
Einsatzstatistik und medizinische Schwerpunkte
Die Crew um Stationsleiter Steffen Arnold-Batschke verzeichnete im vergangenen Jahr eine klare Verteilung der Notfälle:
- 38 Prozent der Einsätze betrafen Herz-Kreislauf-Notfälle wie Herzinfarkte oder Herzrhythmusstörungen.
- 24 Prozent entfielen auf Verletzungen nach Unfällen, darunter Freizeit-, Sport-, Arbeits-, Schul- und Verkehrsunfälle.
- 11 Prozent wurden für neurologische Notfälle wie Schlaganfälle diagnostiziert.
- 9 Prozent betrafen akute Atemnot oder Asthma.
Bundesweit rückten die Besatzungen der ADAC Luftrettung 2025 zu rund 48.908 Einsätzen aus, was durchschnittlich 134 Alarmierungen pro Tag entspricht. Bemerkenswert ist der Anstieg der Flüge in der Dunkelheit um fünf Prozent auf 3.314 sowie der anspruchsvollen Einsätze mit Rettungswinde auf 580.
Flotte und technische Entwicklung
Die ADAC Luftrettung setzt eine gemischte Flotte ein, um unterschiedlichen Anforderungen gerecht zu werden:
- Der H145 von Airbus Helicopters wird aufgrund höherer Zuladung und größerer Reichweite vor allem für Verlegungsflüge genutzt.
- Der H135 gilt als wendig und findet häufig im innerstädtischen Bereich Anwendung.
Perspektivisch plant die Organisation die Einführung des neuen Musters H140, um die Effizienz weiter zu steigern.
Organisation und Standortentwicklung
Seit Oktober 2025 arbeitet die ADAC Luftrettung an einem neuen Standort in Oberpfaffenhofen bei München. Dieser Campus am Sonderflughafen EDMO bündelt Flugbetrieb, Medizin, Forschung, Ausbildung, Training, Wartung und Verwaltung. Er ist auf energieeffizienten Betrieb ausgelegt und verfügt über Räume für Fachveranstaltungen.
In Deutschland sind für die ADAC Luftrettung gGmbH und Tochterunternehmen mehr als 1.500 Menschen tätig, darunter:
- Rund 180 Pilotinnen und Piloten
- Rund 670 Notärztinnen und Notärzte
- 245 Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter (TC HEMS)
- Mehr als 200 Beschäftigte in Technik und Wartung
Eine typische Station umfasst drei Piloten, fünf Notfallsanitäter und 15 Notärzte. International betreibt die ADAC Luftrettung gemeinsam mit dem ÖAMTC die Station Christophorus Europa 3 in Suben (Österreich), wobei die ADAC-Seite im Winter und der ÖAMTC im Sommer fliegt.
Historischer Rückblick und Zukunftsperspektiven
Die ADAC Luftrettung betreibt heute 60 Rettungshubschrauber an 37 Stationen und hat seit ihrer Gründung mehr als 1,3 Millionen Einsätze absolviert. Die Alarmierung erfolgt über die Rettungsleitstellen via Notruf 112. Seit 2023 bietet die Tochter ADAC Telenotarzt gGmbH telemedizinische Notarztdienste an, während Ausbildung, Training und Wartung über die ADAC HEMS Academy GmbH und die ADAC Heliservice GmbH abgewickelt werden. Als Teil der ADAC Stiftung setzt sich die Organisation kontinuierlich für Innovation und Verbesserung der Luftrettung ein.



