Abriss von DDR-Hochhaus in Neubrandenburg sorgt für Unmut bei Bürgern
Der geplante Abriss eines Hochhauses in der Waagestraße in Neubrandenburg stößt bei vielen Bürgern auf deutliche Kritik. Paul-Michael Graefe aus Neubrandenburg hat sich in einem Leserbrief an den Nordkurier gewandt und seine Bedenken zum Ausdruck gebracht. Der Beitrag "Dieses riesige DDR-Gebäude soll bis Jahresende abgerissen werden" vom 12. Januar hat eine lebhafte Diskussion ausgelöst.
Verlust von preiswertem und beliebtem Wohnraum
Graefe betont, dass mit dem Abriss erneut preiswerter Wohnraum vernichtet werde, der besonders bei älteren Menschen sehr beliebt sei. Zwar sei der Gebäudeblock architektonisch keine Schönheit und es gebe in Neubrandenburg noch weitere ähnliche Bauten, doch für die älteren Bewohner boten die Wohnungen ideale Bedingungen.
Die Vorteile der Wohnungen im Hochhaus waren vielfältig:
- Barrierefreier Zugang mit Fahrstuhl
- Gute medizinische Versorgung durch nahegelegene Ärztehäuser und Apotheken
- Zentrale Lage mitten in der Stadt
- Zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe
- Regelmäßige Treffpunkte wie an den Markttagen
Frage nach adäquatem Ersatz
Eine zentrale Frage, die Graefe aufwirft, betrifft den Ersatz für die betroffenen Bürger. "Welchen adäquaten Ersatz bietet die Stadt diesen Bürgern und Bürgerinnen an?", fragt er kritisch. Der Abriss von Volkseigentum verärgere viele Menschen in der Stadt, was bereits an früheren Beispielen wie dem Viertore-Hotel oder dem Kosmos deutlich geworden sei.
Die Diskussion um den Abriss des Hochhauses in der Waagestraße zeigt einmal mehr, wie sensibel der Umgang mit historischer Bausubstanz aus DDR-Zeiten ist. Während einige die Gebäude als nicht mehr zeitgemäß betrachten, schätzen andere Bewohner die praktischen Vorteile und die bezahlbaren Mieten. Die Stadt Neubrandenburg steht vor der Herausforderung, eine Lösung zu finden, die sowohl städtebaulichen als auch sozialen Ansprüchen gerecht wird.



