Wo einst Merkel schillerte: AfD übernimmt die Bühne in Demmin
Über viele Jahre hinweg war der Politische Aschermittwoch der CDU in Demmin eine feste Institution für Angela Merkel. Die ehemalige Bundeskanzlerin, die in Mecklenburg-Vorpommern auch ihren Bundestagswahlkreis hatte, nutzte die Veranstaltung regelmäßig als politisches Heimspiel. Die Atmosphäre war traditionell zünftig, bierselig und mitunter auch derb - Merkels Auftritte galten stets als Höhepunkte im Kalender der CDU des Bundeslandes.
Traditioneller Schauplatz wechselt die politische Farbe
Mittlerweile hat sich die politische Landschaft jedoch grundlegend gewandelt. Während die CDU ihren Politischen Aschermittwoch in diesem Jahr nach Stralsund an die Ostsee verlegt hat, übernimmt die AfD die Bühne in Demmin. Die Alternative für Deutschland, die in aktuellen Umfragen derzeit als stärkste Partei in Mecklenburg-Vorpommern dasteht, wird ihre Aschermittwochsveranstaltung in der vorpommerschen Kleinstadt abhalten.
Für die AfD werden in Demmin mehrere prominente Politiker auftreten: Beatrix von Storch als stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Leif-Erik Holm als Landesvorsitzender und Ministerpräsidenten-Kandidat sowie Enrico Schult als weiterer Landesvorsitzender und Spitzenkandidat auf der Landesliste. Dies unterstreicht die Bedeutung, die die Partei dieser Veranstaltung im Vorfeld der Landtagswahl 2026 beimisst.
CDU setzt auf neue Gesichter in Stralsund
Auf der anderen Seite versucht die CDU in Stralsund mit frischen Kräften zu punkten. Für die Christdemokraten werden unter anderem Philipp Amthor, Bundestagsabgeordneter aus Mecklenburg-Vorpommern und Staatssekretär im Digitalisierungsministerium, sowie Daniel Peters, Spitzenkandidat der CDU für die anstehende Landtagswahl im Herbst 2026, in die Bütt steigen.
Die CDU hofft, mit öffentlichkeitswirksamen Auftritten und markanten Aussagen ihre derzeit eher mageren Umfragewerte zu verbessern. Der Wechsel des Veranstaltungsortes von Demmin nach Stralsund symbolisiert dabei auch einen generationsübergreifenden Wandel innerhalb der Partei, die sich von der Ära Merkel lösen und neue Akzente setzen möchte.
Der Politische Aschermittwoch entwickelt sich somit im Wahljahr 2026 zu einem spannenden Schlagabtausch zwischen den etablierten Christdemokraten und der aufstrebenden AfD. Während die eine Partei auf bewährte Traditionen in neuem Gewand setzt, übernimmt die andere einen historischen Schauplatz, der lange mit ihrer größten politischen Kontrahentin verbunden war.



