Altersarmut in Mecklenburg-Vorpommern erreicht neuen Höchststand
Ein Leben lang gearbeitet, und dennoch reicht das Altersruhegeld nicht zum Leben: Immer mehr Rentner in Mecklenburg-Vorpommern sind auf Sozialhilfe angewiesen. Neue Zahlen des Statistischen Bundesamtes, die das BSW erfragt hat, zeigen einen besorgniserregenden Trend auf. Altersarmut entwickelt sich zu einem immer größeren Problem und belastet zunehmend die Sozialhilfeträger in der Region.
Grundsicherung im Alter: Zahlen steigen kontinuierlich
Die Grundsicherung im Alter, eine Sozialleistung, die nur auf Antrag und bei nachgewiesener Bedürftigkeit gezahlt wird, erreichte im Dezember 2025 einen neuen Höchstwert. Laut den Statistiken bezogen zu diesem Zeitpunkt 9.920 Senioren in Mecklenburg-Vorpommern diese Leistung. Dies ist die höchste Zahl seit Beginn der Aufzeichnungen und markiert einen deutlichen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr, als etwa 500 Personen weniger betroffen waren.
Die Entwicklung über einen längeren Zeitraum ist noch alarmierender: Innerhalb von fünf Jahren ist die Zahl der Bedürftigen um beinahe 4.000 gestiegen, was einem Zuwachs von 58 Prozent entspricht. Männer und Frauen sind dabei nahezu gleich häufig von Altersarmut betroffen. Auch bundesweit zeigt sich ein ähnliches Bild: Die Zahl der Rentner, die Grundsicherung beziehen, stieg auf 764.000, ein Plus von rund 25.000 gegenüber dem Vorjahr.
Wie funktioniert die Grundsicherung im Alter?
Die Höhe der Grundsicherung im Alter hängt von verschiedenen Faktoren ab:
- Eigenes Einkommen und Vermögen
- Persönlicher Bedarf des Antragstellers
Die Leistung umfasst den sogenannten Regelsatz, der für Alleinlebende bei 563 Euro liegt. Für Partner in einer gemeinsamen Wohnung beträgt der Regelsatz 506 Euro. Zusätzlich werden angemessene Kosten für Wohnen und Heizen übernommen, ebenso wie die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung. In besonderen Fällen können individuelle Zuschläge und Einmalzahlungen gewährt werden.
BSW fordert umfassendes Rentenpaket
Für Peter Schabbel, den BSW-Landesvorsitzenden und Spitzenkandidaten zur Landtagswahl, ist die steigende Zahl armer Rentner ein Skandal. „Altersarmut ist schon heute ein Megaproblem in unserem Land und wird es in Zukunft noch mehr für die junge Generation“, erklärt Schabbel. Er kritisiert scharf, wie in der Rentendebatte Generationen gegeneinander ausgespielt werden, und bezeichnet dies als Unverschämtheit.
Das BSW fordert vor diesem Hintergrund ein umfassendes Rentenpaket gegen Altersarmut, das folgende Maßnahmen beinhalten soll:
- Eine allgemeine Rentenerhöhung
- Senkung der Abgaben für Rentner
- Steuerfreiheit von Renten bis zu 2.000 Euro
Laut Schabbel würden diese Maßnahmen die Renten netto für alle Rentnerinnen und Rentner im Durchschnitt um etwa 200 Euro pro Monat erhöhen. Zur Finanzierung dieses Pakets schlägt der BSW-Landesvorsitzende vor, den Steuerzuschuss, der gemessen am Bruttoinlandsprodukt niedriger ist als vor 20 Jahren, um 30 Milliarden Euro jährlich anzuheben. Diese Mittel sollen durch Einsparungen bei den in den letzten Jahren stark gestiegenen Rüstungsausgaben gegenfinanziert werden.
Die Diskussion um Altersarmut und mögliche Lösungsansätze wird in Mecklenburg-Vorpommern und bundesweit mit zunehmender Dringlichkeit geführt, während die Zahlen der betroffenen Rentner weiter steigen.



