Feuerwehr in Not: 30 Jahre altes Löschfahrzeug zwingt Rehna zu schnellem Neukauf
Ein 30 Jahre altes Feuerwehrauto bereitet Mechanikern und Brandschützern in Rehna, Mecklenburg-Vorpommern, erhebliche Kopfschmerzen. Bei der letzten Hauptuntersuchung wies das Fahrzeug gravierende Mängel auf, und nur mit großem Aufwand konnte es noch einmal durch den TÜV gebracht werden. Dennoch steht die Ausmusterung bevor, was die Pläne der Feuerwehr durchkreuzt und die Stadt zu einer Kurskorrektur trotz früherer Fördermittelzusagen zwingt.
Pläne für HLF 20 werden aufgegeben
Ursprünglich hatte Rehna den Kauf eines Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeuges (HLF 20) geplant, das für 2028 oder 2029 vorgesehen war. Doch die akute Notwendigkeit, die Einsatzbereitschaft nicht zu gefährden, hat die Stadtvertreter dazu bewogen, stattdessen ein HLF 10 für rund 500.000 Euro zu beschaffen. Diese Entscheidung führt zu einer Kostenersparnis von etwa 200.000 Euro und ermöglicht im Idealfall eine Auslieferung bereits im kommenden Jahr.
Bis dahin müssen die Brandschützer weiterhin mit ihrem 30 Jahre alten Löschgruppenfahrzeug ausrücken. Versierte Mechaniker der Fahrzeugservice Grevesmühlen GmbH hatten es zuletzt unter erheblichem Aufwand wieder flottgemacht, doch eine langfristige Nutzung ist unrealistisch. Erschwerend kommt hinzu, dass faktisch keine Ersatzteile mehr über Händler bezogen werden können.
Historisches Fahrzeug mit langer Dienstzeit
Das betroffene Löschgruppenfahrzeug war das erste, das die Rehnaer Feuerwehr nach der Wende als Neufahrzeug in Dienst gestellt hatte. Seit 30 Jahren ist es bei Bränden, Unfällen und Sturmschäden im Einsatz. „Es war unser sogenanntes Erstangriffsfahrzeug und rückte zu nahezu jedem Einsatz mit aus“, erklärt Wehrführer Henry Wanzenberg. Der aktuelle Fuhrpark umfasst sieben Fahrzeuge, die teilweise auch zu Katastrophenschutzeinheiten gehören.
Bürokratische Hürden und Fördermittelanpassungen
Der beschlossene Kauf eines neuen HLF 10 erfordert weitere administrative Schritte. So muss der Brandschutzbedarfsplan für Rehna modifiziert werden, und ein Vergabeverfahren zum Kauf einer feuerwehrtechnischen Beladung im Wert von 65.000 Euro eingeleitet werden. Mit diesem Budget sollen unter anderem ein Sprungpolster und eine Rettungsplattform für Lkw angeschafft werden.
Zudem muss die Stadt eine verbindliche Erklärung zur Rücknahme einer Abnahmeverpflichtung für das ursprünglich favorisierte HLF 20 an das Landesamt für zentrale Aufgaben und Technik der Polizei, Brand- und Katastrophenschutz MV abgeben. Im Gegenzug verpflichtet sich Rehna, das alternative Fahrzeugmodell aus der Landesbeschaffung zu übernehmen. Ebenso wichtig ist die Anpassung von Fördermittelanträgen, um weiterhin finanzielle Unterstützung in Anspruch nehmen zu können.
Neues Fahrzeug von Rosenbauer
Das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF 10) wird von der Rosenbauer Deutschland GmbH auf einem MAN-Fahrgestell hergestellt. Das Unternehmen hatte im Juli 2025 den Zuschlag für die Produktion dutzender Fahrzeuge im Rahmen einer Landesbeschaffung erhalten. Diese Modelle verfügen über einen 2000 Liter großen Löschwassertank, eine Feuerlöschpumpe mit einer Förderleistung von 2000 Litern pro Minute, eine integrierte Mannschaftsdoppelkabine mit automatisch ausschwenkenden Drehtüren, ein Allradfahrgestell und einen Stromerzeuger.
Die schnelle Umplanung unterstreicht die Dringlichkeit, mit der Rehna auf die altersbedingten Schwächen seines Feuerwehrfuhrparks reagieren muss, um die Sicherheit der Bürger weiterhin gewährleisten zu können.



