Deutsche Bahn droht Ecovista mit Vertragskündigung wegen mangelhafter Ersatzbusse
Bahn droht Ecovista mit Kündigung wegen mangelhafter Busse

Deutsche Bahn setzt Ecovista Ultimatum für Ersatzverkehr auf Berlin-Hamburg-Strecke

Die Deutsche Bahn lässt in der Auseinandersetzung mit dem Busunternehmen Ecovista deutlich die Muskeln spielen. Nach massiven Qualitätsmängeln beim Ersatzverkehr für die gesperrte Bahnstrecke zwischen Berlin und Hamburg hat die Bahn dem Vertragspartner nun die Kündigung angedroht. Grund sind zahlreiche Verstöße gegen vereinbarte Standards, die zu erheblichen Beeinträchtigungen für Pendler geführt haben.

Verschimmelte Sitze und klappernde Busse sorgen für Aufregung

In den vergangenen Wochen häuften sich die Beschwerden von Reisenden über den von Ecovista betriebenen Ersatzverkehr. Pendler berichteten von verschimmelten Bussitzen, abgefahrenen Reifen und klappernden, maroden Fahrzeugen, die auf der wichtigen Nord-Süd-Verbindung im Einsatz waren. Diese Zustände stellen nach Ansicht der Deutschen Bahn klare Vertragsverletzungen dar, die nicht länger hingenommen werden können.

Gerd-Dietrich Bolte, Vorstand für Infrastrukturplanung und -projekte bei DB InfraGO, machte bei einer Pressekonferenz unmissverständlich deutlich: „Wir haben Ecovista bereits zweimal abgemahnt und setzen alle juristischen Mittel ein, um wieder den ursprünglichen Vertragszustand zu erreichen.“ Sollte das Busunternehmen nicht schnellstens Busse mit den vereinbarten Standards auf die Strecke bringen, drohe die fristlose Kündigung des Vertrags.

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Hintergrund: Flottentausch durch Kapitalgeberstreit

Die Qualitätsprobleme haben einen konkreten Hintergrund: Ecovista musste in den vergangenen Wochen aufgrund eines heftigen Streits mit dem Kapitalgeber die gesamte Busflotte austauschen. Das Unternehmen war gezwungen, europaweit nach Ersatzbussen für die Ersatzbusse zu suchen, was offenbar zu einer deutlichen Verschlechterung der Fahrzeugqualität führte.

Interessanterweise betonten Bahnvertreter, dass die Zusammenarbeit mit Ecovista bis zum 1. März nahezu tadellos verlaufen sei. Erst der erzwungene Flottentausch habe zu den aktuellen Problemen geführt. Dennoch zeigt die Bahn wenig Verständnis für die Situation und pocht auf die Einhaltung der vertraglich vereinbarten Qualitätsstandards.

Bahn sucht bereits nach Alternativen

Während die Deutsche Bahn grundsätzlich an einer weiteren Zusammenarbeit mit Ecovista interessiert ist – es existiert sogar eine Verlängerungsoption über den 1. Mai hinaus – bereitet man sich bereits auf alle Eventualitäten vor. „Wir sind mittlerweile mit alternativen Busunternehmen im Gespräch, um entsprechend reagieren zu können“, erklärten Bahnmanager.

Diese Vorsichtsmaßnahme erscheint angesichts der angespannten Situation durchaus sinnvoll. Sollte Ecovista nicht in der Lage sein, die Qualitätsprobleme kurzfristig zu beheben, muss der Ersatzverkehr für Tausende Pendler zwischen Berlin und Hamburg sichergestellt werden.

Sanierung der Bahnstrecke verzögert sich

Parallel zu den Problemen mit dem Ersatzverkehr gab die Deutsche Bahn auch neue Informationen zum Zeitplan der Generalsanierung der Berlin-Hamburg-Strecke bekannt. Aufgrund des überraschend strengen Winters konnten die Arbeiten nicht wie ursprünglich geplant bis zum 30. April abgeschlossen werden.

Der Zugverkehr wird nun in zwei Stufen wieder anlaufen:

  1. Ab dem 15. Mai können Züge wieder über den fertiggestellten nördlichen Streckenabschnitt von Hamburg bis Hagenow Land fahren.
  2. Die komplette Wiederinbetriebnahme der gesamten Strecke Hamburg-Berlin erfolgt zum kleinen Fahrplanwechsel am 14. Juni.

Damit ist auch die Voraussetzung geschaffen, dass die Verkehre von Hamburg in Richtung Schwerin und Mecklenburg-Vorpommern wieder im gewohnten Fahrplan fahren können. Bis dahin bleibt der zuverlässige Ersatzverkehr jedoch von entscheidender Bedeutung für die Mobilität in der Region.

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