Deutsche Bahn und Ecovista versöhnt: Ersatzbusse rollen wieder zwischen Berlin und Hamburg
Nach einem heftigen Streit um verschimmelte Sitze und klappernde Busse gibt es eine überraschende Wende im Schienenersatzverkehr zwischen Berlin und Hamburg. Die Deutsche Bahn und der Busbetreiber Ecovista haben sich nach intensiven Nachtsitzungen wieder versöhnt.
Intensive Verhandlungen bringen Lösung
Erst vor zwei Tagen hatte die Deutsche Bahn mit der Kündigung des Vertrages mit Ecovista gedroht, nachdem die Qualität des Ersatzverkehrs massiv eingebrochen war. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag gelang es jedoch, eine Einigung zu erzielen. Die Bahn vermittelte zwischen Ecovista und dessen Leasinggeber und konnte so eine schnelle Lösung aushandeln.
Ab sofort sollen wieder sukzessive die ursprünglichen modernen Busse im Einsatz sein. Der aufwändige Tausch der über 200 Fahrzeuge wird sich teilweise noch über das Wochenende hinziehen und soll am Montag abgeschlossen sein. Dann werden die Fahrgäste überall wieder die gewohnte Qualität vorfinden.
Qualitätsstandards werden wieder eingehalten
Gerd-Dietrich Bolte, Vorstand Infrastrukturplanung und -projekte der DB InfraGO, betonte: „Wir haben unseren Fahrgästen einen hohen Qualitätsstandard für den Schienenersatzverkehr versprochen und das wollen wir auch halten. Deshalb war für uns klar, dass wir hier schnell eine Lösung brauchen. Dank der nun erzielten Einigung stehen die modernen Busse wieder wie vorgesehen zur Verfügung.“
Die vertragskonformen Fahrzeuge werden bis zur vollständigen Wiederinbetriebnahme der Strecke Hamburg-Berlin am 14. Juni zum Einsatz kommen. Die DB InfraGO wird die Qualität des Ersatzverkehrs weiterhin eng überwachen, um ein verlässliches und komfortables Angebot sicherzustellen.
Hintergrund des Streits
Der Konflikt zwischen Ecovista und seinem Kapital- und Leasinggeber hatte im Februar begonnen, als sich die Partner wegen Mietzahlungen verkracht hatten. Plötzlich standen die ursprünglichen purpurfarbenen und neuen Busse für den Ersatzverkehr nicht mehr zur Verfügung.
Die zehntausenden Pendler zwischen Berlin und Hamburg mussten daraufhin mit kurzfristig zusammengesuchten veralteten Bussen vorliebnehmen. Diese wiesen teilweise verschimmelte Sitze und abgefahrene Reifen auf und entsprachen in keiner Weise den vereinbarten Qualitätsstandards.
Die Deutsche Bahn hatte Ecovista daraufhin abgemahnt und auf die strikte Einhaltung der Verträge gepocht. Die maroden Busse waren nicht nur ein Komfortproblem, sondern stellten auch ein Sicherheitsrisiko dar.
Positive Aussichten für Pendler
Mit der nun erzielten Einigung können die Pendler aufatmen. Die modernen Ersatzbusse werden wieder wie geplant verkehren und den Fahrgästen einen komfortablen und sicheren Transport während der Korridorsanierung zwischen Hamburg und Berlin bieten.
Die Deutsche Bahn zeigt sich erleichtert über die schnelle Lösung und betont, dass die Qualitätsüberwachung weiterhin mit höchster Priorität verfolgt wird. Für die Fahrgäste bedeutet dies, dass sie sich wieder auf einen zuverlässigen Ersatzverkehr verlassen können.



