Überlebensstrategien im Winter: Wie Eisvögel und Wildtiere der Kälte trotzen
Überlebensstrategien: Wie Tiere im Winter überleben

Überlebensstrategien im Winter: Wie Eisvögel und Wildtiere der Kälte trotzen

In den kalten Wintermonaten entwickeln Tiere in Vorpommern erstaunliche Strategien, um den frostigen Temperaturen zu trotzen. Während Jäger aufgrund der harten Bedingungen die Wildnotzeit ausrufen, zeigen Eisvögel, Singvögel und Wildsäuger beeindruckende Anpassungsfähigkeiten.

Eisvögel und ihre Schachtelbrut

Der exotisch bunte Eisvogel mit seinem azurblauen Rücken und der rostorangefarbenen Unterseite ist ein charakteristischer Bewohner der Gewässer in Vorpommern. Im Jahr 2025 verzeichnete Mecklenburg-Vorpommern einen guten Brutbestand mit etwa 600 Brutpaaren, davon allein rund 70 in der Region Vorpommern-Greifswald zwischen Peenemünde, Pasewalk und Penkun.

Diese spatzengroßen Wasservögel brüten in selbstgegrabenen Erdhöhlen an Steilhängen, Uferböschungen und in Wurzeltellern umgeworfener Bäume. Als Jahres- oder Strichvogel jagt der Eisvogel mit seinem dolchförmigen Schnabel nach Kleinfischen. Doch wenn Gewässer zufrieren, gerät er in ernste Schwierigkeiten, und nicht selten verhungern dutzende dieser gefiederten Schönlinge.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Die erstaunliche Evolutionsstrategie der Schachtelbrut ermöglicht es Eisvögeln, solche Verluste zu kompensieren. Während das Männchen die Jungen der vorhergehenden Brut allein füttert, sitzt das Weibchen bereits auf einem neuen Gelege mit oft unglaublichen acht Eiern. Auf diese Weise schafft ein Brutpaar bis zu vier Jahresbruten.

Singvögel und das Gruppenkuscheln

Eine besondere Überlebensstrategie zeigen einige Singvogelarten in extrem kalten Nächten. Mehrere Zaunkönige kuscheln sich zur Übernachtung in einer Höhle aneinander, um sich gegenseitig zu wärmen. Ähnliches Gruppenkuscheln praktizieren Schwanzmeisen im dichten Fichtengezweig. Sogar die winzigen Wintergoldhähnchen rücken zusammen und nutzen ihren Körper als natürliche Wärmflasche.

Wildtiere im Wintermodus

Wildschweine, Rotwild und Rehwild passen sich durch einen Herbst-Haarwechsel an die kalte Jahreszeit an. Ihr Fell wird dichter, länger und farblich angepasst. Wildschweine entwickeln eine dichte, isolierende Wollhaarschicht unter den langen Borsten, während Rot- und Rehwild eine graubraune, isolierende Schicht mit hohlen Haaren bildet, die Körperwärme speichert.

Dam- und Rotwild halten keinen echten Winterschlaf, sondern eine Form der Winterruhe. Sie senken ihren Stoffwechsel, Herzschlag und ihre Körpertemperatur bis auf 15 Grad, um Energie zu sparen. Der Herzschlag sinkt dabei auf unter 30 Schläge pro Minute. Die Wildsäuger fressen weniger, bewegen sich in ihren Einständen kaum und beschränken ihre Bewegung auf wenige hundert Meter vom Waldrand entfernt.

Andere Wildarten wie Rehe, Wildschweine und Feldhasen bewegen sich ebenfalls so wenig wie möglich, um Fettreserven zu schonen. Ein bemerkenswertes Phänomen ist, dass Wildsäuger ihren Verdauungstrakt um bis zu 25 Prozent verkleinern, ähnlich wie Zugvögel. Dadurch benötigen sie viel weniger Nahrung und suchen im Wald nach Futter wie Rinde, Knospen oder verschiedenen Baumfrüchten.

Wildnotzeit und unterstützende Fütterung

Da sich das Wild in Rudeln (Rotwild), Sprüngen (Rehe) und Rotten (Wildschweine) sammelt, kann es in Waldrevieren zu Schäden kommen. Rotwild schält verstärkt Baumrinde, und Rehe fressen Triebe und Knospen. Um solche Schäden abzuwenden und das Wild zu unterstützen, wurde im Kreis Vorpommern-Greifswald in Abstimmung mit der Unteren Jagdbehörde die „Wildnotzeit“ ausgerufen.

Jäger sind nun verpflichtet, das Wild angemessen und artgerecht zu füttern. Diese unterstützende Fütterung besteht meist aus Raufutter wie Heu.

Für Naturliebhaber bieten geführte Naturwanderungen die Möglichkeit, dem wundervollen Klang der Umwelt zu lauschen und beim Anblick von Wildsäugern, Adlern, Silberreihern und Blühwundern Stress abzubauen. Interessenten können sich unter 015156074311 anmelden.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration