Kuba blockiert Diesel für US-Botschaft: Spannungen zwischen Havanna und Washington eskalieren
Kuba blockiert Diesel für US-Botschaft: Spannungen eskalieren

Kubanische Regierung verweigert Dieselimporte für US-Botschaft in Havanna

Die kubanische Regierung hat einen Antrag der US-Botschaft in Havanna auf Dieselimporte für Generatoren abgelehnt, solange die Trump-Regierung Treibstofflieferungen auf die Insel blockiert. Dies teilten zwei mit dem Vorgang vertraute US-Beamte am Freitag mit. Wegen des akuten Dieselmangels erwägt das US-Außenministerium nun offenbar, Personal von der Botschaft in Havanna abzuziehen. Ein solcher Schritt könnte dazu führen, dass auch Kuba das Personal an seiner Botschaft in Washington reduzieren muss, so die Beamten, die unter der Bedingung der Anonymität über diese sensible diplomatische Angelegenheit sprachen.

Embargopolitik trifft US-Diplomaten direkt

Mit dem über Kuba verhängten Ölembargo treffen die USA auch ihre eigenen Diplomaten. Die US-Vertreter in Havanna würden für die Generatoren der Botschaft dringend Diesel importieren – aber Kubas Regierung spielt nicht mit. Das Weiße Haus, das Außenministerium und die kubanische Botschaft in Washington reagierten nicht auf Anfragen nach einer Stellungnahme, was die angespannte Lage unterstreicht. Die nur etwa 150 Kilometer vom südöstlichen US-Bundesstaat Florida entfernte Karibikinsel wird von den USA schwer unter Druck gesetzt, insbesondere seit dem Beginn von Trumps zweiter Amtszeit vor gut einem Jahr.

Trumps Politik verschärft Energiekrise in Kuba

US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt eine mögliche »Übernahme« Kubas angedeutet und damit die Spannungen mit dem sozialistischen Nachbarstaat weiter verschärft. Mit Zolldrohungen gegen potenzielle Energielieferanten und einer vollständigen Blockade sanktionierter Öltanker aus dem südamerikanischen Bruderstaat Venezuela ließ er Kuba vom Zugang zu Öl weitgehend abschneiden. Weil die Stromversorgung auf der Insel stark von Ölimporten abhängt, kam es zu massiven Stromausfällen im ganzen Land, die das tägliche Leben der Bevölkerung erheblich beeinträchtigen.

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Historische Spannungen und aktuelle Gespräche

Die Beziehungen zwischen Havanna und Washington sind seit der sozialistischen Revolution unter Fidel Castro vor fast 70 Jahren angespannt. Unter Trump übt die US-Regierung allerdings immer mehr Druck auf die Insel aus, vor allem seit der Festnahme des autoritären venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro im Januar, einem engen Verbündeten der Führung in Havanna. Mit dem Umsturz in Venezuela brach einer der wichtigsten Unterstützer und potentesten Öl-Lieferanten Kubas weg, was die Energiekrise weiter verschlimmert.

Zugleich führen Kuba und die USA miteinander formelle Gespräche, wie beide Seiten bestätigten. »Kubanische Vertreter haben kürzlich Gespräche mit Vertretern der US-Regierung geführt, um auf dem Wege des Dialogs nach einer möglichen Lösung für die zwischen beiden Ländern bestehenden bilateralen Differenzen zu suchen«, sagte der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel. Letzte Berichte deuten jedoch darauf hin, dass Washington eine Entmachtung von Díaz-Canel wünscht, während die kommunistische Regierung an der Macht bleiben soll, was die Komplexität der Verhandlungen unterstreicht.

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